Produktrecherche – 14 Tipps & meine Top 6 Tools, um deine Nische zu finden

Warum ist die Produktrecherche so wichtig? Dein Unternehmen steht und fällt mit der Auswahl der richtigen Produkte! Genau deshalb ist es wichtig, direkt zu Beginn eine Nische auszuwählen, in der du dich erfolgreich positionieren kannst.

Am Anfang stellt die Produktrecherche die wohl größte Hürde dar. Man weiß einfach nicht, wo man anfangen soll. Daher gebe ich dir die 14 besten Produktrecherche-Tipps an die Hand, mit denen du in kurzer Zeit deine erfolgreiche Nische finden wirst. Ich zeige dir zusätzlich die wichtigsten Tools, um eine Nische und deine Konkurrenz im Detail zu analysieren.

Am Ende erkläre ich dir noch meine persönliche Strategie, mit der ich bisher die meisten Produkte gefunden habe. Nach Lesen dieses Artikels wirst du sehen, dass du nur wenige Schritte davon entfernt bist, dein erfolgreiches Produkt zu finden!




Wo soll ich
anfangen? Die besten Tricks & Hacks, um gute Produkte zu finden

Bei der Produktrecherche hast du die verschiedensten Möglichkeiten. Hier sind meine 15 besten Tipps, um dein Amazon Produkt zu finden:

1) Brainstorming

Dieser Tipp hört sich banal an, dabei ist er so wichtig! Nimm dir ein Notizbuch und überlege einmal genau was dich interessiert. Was sind deine Hobbys? Worin kennst du dich aus und bist vielleicht schon ein Experte? Schau dich in deinem zu Hause um. Was sind Produkte, die du täglich benutzt? Geh in die verschiedenen Räume. Welche Produkte sind in deinem Garten, deiner Küche oder in deinem Badezimmer?

Meistens erkennen wir die Dinge, die direkt vor uns liegen, gar nicht. Nimm dir daher die Zeit, wirklich mal über Produkte in deinem direkten Umfeld nachzudenken. Bei welchen Produkten hast du dir schon öfters mal gedacht: „Das stört mich“ oder „Das könnte man aber besser machen“. Frag deine Freunde und Familie, welche Produkte sie gerne benutzen und bei welchen sie sich Verbesserungen wünschen.

Schaust du ab und zu mal fern oder guckst YouTube Videos? Dann nutze die Zeit und schaue dir an, welche Produkte dort verwendet oder vorgestellt werden. Du wirst sehen: Nach kurzer Zeit wirst du Produkte in deiner Umgebung entdecken, über die du vorher nicht einmal nachgedacht hast.

Das macht extrem viel Spaß und du wirst direkt Lust bekommen herauszufinden, ob sich das Produkt gut auf Amazon verkauft. Dazu später mehr!

2) Die Einzelhandel-Taktik

Wenn du bei dir zu Hause alles durchstöbert hast, lohnt es sich ein bisschen weiter zu gehen. Fahre einfach mal die nächst größere Stadt bei dir in der Nähe und schaue dir die verschiedensten Läden an.

Solltest du dich für die Baumarkt-Nische interessieren, dann gehe zum nächsten Bauhaus oder Obi. Möchtest du Gartenprodukte auf den Markt bringen, dann fahr doch mal zum Gartencenter. Es gibt so viele Geschäfte mit unzähligen Produkten.

„Billig-Geschäfte“, wie Nanu Nana oder Depot bieten sich hervorragend an, um Produktideen zu entwickeln. Auch Aldi, Edeka oder Rewe haben mittlerweile weit aus mehr als nur Lebensmittel. Hier lohnt es sich öfters mal die aktuellen Prospekte durchzulesen und beim Wocheneinkauf mit einem anderen Blick auf die verschiedenen Waren zu schauen.

Interessierst du dich besonders für eine spezielle Nische, dann besuche Fachgeschäfte. Angenommen, du willst in die Haustiernische einsteigen, dann fahre zum nächsten Fressnapf. Oftmals kannst du dich in Geschäften beraten lassen und direkt fragen, welche Produkte sich am besten verkaufen.

Der Vorteil bei der Einzelhandel-Taktik ist, dass du die Produkte sofort anfassen kannst. Du kannst dir die Materialien genau ansehen und sofort sehen, wo Verbesserungspotenzial besteht. Bald wirst du immer mit einem anderen Blick zum Einkaufen fahren und automatisch nach neuen Produkten Ausschau halten.

3) Die Online-Shop-Strategie

Neben dem stationären Handel kannst du dich auch online inspirieren lassen. Jeder große Einzelhändler hat mittlerweile auch eine Webseite, auf der du dich umsehen kannst.

Optimal geeignet dafür sind Seiten wie eBay, Rakuten oder Otto. Wenn du dich auch hier wieder für einen spezielleren Bereich interessierst, dann google einfach mal, welche Online-Shops Produkte dieser Art anbieten.

4) Die Amazon Bestseller Liste

Die Amazon Bestseller-Liste bietet einen guten Startpunkt, um mit der Recherche auf Amazon zu beginnen. Auf dieser Liste kannst du jede beliebige Kategorie auf Amazon auswählen.

Dort werden dir dann die 100 meist verkauften Produkte der entsprechenden Kategorie angezeigt. Meistens gibt es hier sehr viel Konkurrenz. Daher lohnt es sich weitere Unterkategorien anzuklicken und dort die 100 Bestseller genauer zu analysieren.

Hierzu ein Beispiel: Angenommen, du interessierst dich für den Gartenbereich. Dann wählst du die Bestseller-Liste für die Kategorie Garten. Diese ist wahrscheinlich sehr überlaufen. Daher wählst du zum Beispiel die Unterkategorie Gartenarbeit aus und klickst dich immer weiter in spezifischere Nischen. Dort hast du die Möglichkeit gute Produkte mit weniger Konkurrenz und guten Einstiegsmöglichkeiten zu finden.

Solltest du dich irgendwann in eine zu kleine Unterkategorie begeben haben, gehst du einfach einen Schritt zurück. Innerhalb der Bestseller-Liste kannst du auch folgende Möglichkeiten wählen:

Produktrecherche Amazon Bestseller Liste

Damit kannst du erkennen, was zurzeit besonders von Kunden geschätzt wird. Auch hier lohnt es sich, die verschiedensten Unterkategorien durchzugehen. Mit dem Stöbern in den verschiedenen Kategorien lernst du, wie Amazon aufgebaut ist und erhältst einen sehr guten Überblick über das riesige Angebot.

5) Die Produktseite

Sobald du einmal auf ein Produkt geklickt hast und merkst,dass es dir doch nicht gefällt, ist das gar kein Problem. Du kannst die offene Seite nutzen, um dich noch tiefer in die Nische einzuarbeiten.

Wenn du etwas nach unten scrollst, findest du dort immer die Abschnitte „gesponserte Produkte zu diesem Artikel“, „Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch“oder „Wird oft zusammen gekauft“.

Hier findest du oft ähnliche Produkte in der Kategorie, die nicht unbedingt in der Bestseller-Liste angezeigt werden, sich aber trotzdem gut verkaufen.

6) Amazon USA 

Es lohnt sich auf jeden Fall mal einen Blick auf Amazons stärkstes Verkaufsland zu werfen. Der amerikanische Markt ist dem deutschen immer 2-3 Jahre voraus.

Auf amazon.com kannst du Produkte finden, die sich dort schon extrem erfolgreich verkaufen, aber hier noch in den Startlöchern stehen. Dies ist natürlich etwas risikoreich, aber auf jeden Fall eine tolle Inspiration. Auch eignet sich Amazon USA sehr gut, um später neuartige USPs für dein Produkt auszuarbeiten.

7) Die Silben-Taktik

Wenn du auf Amazons ganz normaler Startseite bist, kannst du dort die verschiedensten Suchbegriffe eingeben. Du erhältst sofort Vorschläge von Amazon. Das bedeutet, dass die vorgeschlagenen Keywords sehr häufig bei Amazon gesucht werden.

Diese Vorschläge kannst du für dich nutzen! Gib in der Suchleiste einfach mal belanglose Silben- und Buchstabenkombinationen ein. Amazon wird dir direkt sagen, welche Produkte für die Anfrage am häufigsten gesucht werden.

Ich gebe dir hier mal ein kleines Beispiel:

Produktrecherche Amazon Fba 4

Nachdem ich die Buchstaben k und u eingeben habe, weiß ich jetzt, dass zum Beispiel Kuscheldecken und Kulturbeutel Mann viele Suchanfragen haben.

Von diesen Ergebnissen aus könnte ich mich wieder tiefer in die Nische einklicken und potenzielle Produkte finden. Diese Taktik macht sehr viel Spaß.Ich habe schon oft Suchbegriffe entdeckt, an die ich vorher nie gedacht hätte.

8) Die Präpositions-Taktik

Hier nutzt du wieder die Amazon Suchleiste. Du gibst einen bestimmten Suchbegriff ein, zum Beispiel „Handtasche“. Anstatt dann direkt auf Enter zu drücken, hängst du an das Wort noch eine Präposition. Sehr gut dafür geeignet sind „für“ „mit“ und „ohne“

Wieder ein Beispiel:

Amazon FBA Produkt finden 5

Wenn ich mich für Handtaschen interessiere, zeigt mir Amazon durch das „für“ direkt spezifische Nischen an. Das gibt dir die Möglichkeit Nischen mit weniger Konkurrenz zu finden. Dadurch kannst du dich auch direkt für eine Zielgruppe positionieren, indem du vielleicht Handtaschen für junge Mädchen herausbringst.

9) Nutze Social Media

Es gibt unzählige Produkttester-Gruppen auf Facebook, die du für dich nutzen kannst. Hersteller bieten dort ihre Produkte an, um Bewertungen zu sammeln und ihre Sales in der Launch-Phase zu erhöhen. Wenn du einigen Gruppen beitrittst, kannst du dir ansehen, ob ein paar ihrer Produkte für dich interessant sein könnten.

Auf Instagram kannst du zum Beispiel nach Hashtags für bestimme Produkte suchen. Du siehst dann, welche Designs, Muster und Formen einzelner Produkte besonders oft geteilt werden. Die Bilder werden dir zeigen, welche Varianten beliebt sind. Dann kannst du leicht überprüfen, ob es dafür profitable Nischen auf Amazon gibt.

10) Die Amazon Startseite

Auch die Startseite ist eine gute Möglichkeit Ideen für Produkte zu finden. Amazon empfiehlt dir solche, die zu deinen letzten Suchanfragen passen und präsentiert dir die neusten Angebote. Hier kannst du gut immer wieder neue Waren entdecken, da Amazon seine Vorschläge regelmäßig aktualisiert.

Auch sehr cool sind die Amazon Storefronts und das Amazon Launchpad. Dort werden dir Unternehmen vorgestellt, die die unterschiedlichsten Produkte und Innovationen auf Amazon verkaufen. Die Artikel dieser Verkäufer können ein sehr guter Startpunkt sein, um neue Nischen zu entdecken.

11) Nutze Tools

Es gibt verschiedene Anbieter, die dir die Produktrecherche vereinfachen wollen. Einer davon ist Helium 10. Mit solchen Tools kannst du verschiedenste Angaben machen und Filter eingeben, die dein Produkt vorrausetzen soll.

Das kann zum Beispiel so aussehen:

Amazon FBA Produktrecherche Trick 3

Auch hier interessiert dich wieder die Kategorie Garten. Du kannst unter anderem die Anzahl der Bewertungen, die Preisspanne und den monatlichen Umsatz einstellen. Unter den Advanced Filters kannst du noch viel mehr Möglichkeiten auswählen.

Das grenzt deine Suche natürlich extrem ein und kann dir viel Zeit sparen. Dennoch werden viele Seller die gleichen Filter setzen, da jeder das Produkt mit dem meisten Umsatz und den wenigsten Bewertungen verkaufen möchte. Verlasse dich also nicht ausschließlich auf Tools.

Ich würde dir empfehlen solche Tools mehr als unterstützende Kraft zusehen. Aber gerade zu Beginn ist es wichtig, Amazons Plattform genau kennenzulernen. Dafür eigenen sich die Techniken der manuellen Recherche am besten.

Meine besten Tools für die Produktrecherche zeige ich dir gleich!

12) Biete ein Set an

Oft kommt es vor, dass man mehrere Produkte entdeckt, die sich ergänzen und gut zueinander passen. Die Produkte werden einzeln angeboten, aber noch kein Hersteller bietet diese als Kombination an. Du könntest überlegen zwei oder drei vorhandene Produkte als Set zu verkaufen und deinen Kunden so einen guten Mehrwert zu bieten.

13) Besuche Messen

Auf branchenspezifischen Messen kannst du dich direkt mit verschiedenen Herstellern unterhalten und dir die unterschiedlichsten Produkte zeigen lassen. Im Messekalender von „Wer liefert was?“ erhältst du einen guten Überblick über Messen in Deutschland.

Die wohl wichtigste Messe für Amazon Seller ist die Canton Fair in China. Sie findet zwei Mal im Jahr statt. Dort kannst du dich über mehrere Tage durch Produkte aus den verschiedensten Nischen inspirieren lassen, Hersteller kennenlernen und wichtige Kontakte knüpfen. Zu Beginn ist eine Reise nach China vielleicht zu teuer. Sobald du das Geld hast, kann ich dir einen Trip zur Canton Fair nur empfehlen!

14) Dein zweites Produkt

Solltest du gerade auf der Suche nach deinem zweiten oder dritten Produkt sein, ist dieser Tipp hier Gold wert. Wenn du eine Brandbuilding-Strategie verfolgst, kannst du dich nach Produkten umschauen, die deiner Nische ähneln. Das kann dir zusätzliche Cross-Sales ermöglichen.Besonders hilfreich ist hier auch oft wieder die Sparte „Wird oft zusammengekauft“.

Du kannst auch deinen aktuellen Hersteller fragen, welche Produkte er noch in seinem Portfolio hat. Sollte ein gutes dabei sein, erspart dir das außerdem den aufwendigen Aspekt der Herstellerfindung.

Auch wenn du eine Cashflow-Strategie verfolgst, wird die Suche für dein zweites Produkt um einiges leichter fallen. Du hast den ganzen Prozess bereits einmal durchlaufen und weißt, worauf es ankommt.

Wie du siehst, gibt es extrem viele Möglichkeiten ein Produkt für dein Amazon FBA Unternehmen zu finden. Am Ende des Artikels erkläre ich dir noch meine persönliche Vorgehensweise, mit der ich bisher die erfolgreichsten Produkte finden konnte!

Jetzt aber schauen wir uns erstmal eine ganz entscheidende Frage an:




Ist meine Produktwahl die richtige?

Eine gute Nachfrage ist die Grundlage. Der Begriff „gut“ ist natürlich relativ. Daher solltest du dir vorher überlegen, wie hoch du deine Umsatzziele setzt.

Sollte dein Umsatzziel mit einem Produkt bei 10.000€ pro Monat liegen, sollte der aktuelle Bestseller deiner Nische nicht nur auf 8.000€ kommen.

Es ist möglich, dass du seine Nachfrage übertriffst, aber nicht sehr wahrscheinlich.

Lass uns bei dem Beispiel mit 10.000€ Umsatz im Monat bleiben. Die Nachfrage sollte hier optimalerweise auf verschiedene Seller verteilt sein. Zum Beispiel macht der Bestseller 14.000€ Umsatz, der nächste 9000€ und 4-5 andere zwischen 3000€ und 6000€.

Hier kannst du optimal in den Markt eindringen und mit einem hochwertigen Produkt deine Umsatzziele erreichen. Eine optimale Aufteilung wird es wahrscheinlich nie geben. Das soll dir aber dennoch vermitteln, dass es ein großer Fehler sein kann anzunehmen, dass du 10.000€ Umsatz machen wirst, nur weil der Bestseller das erreicht.

Es ist extrem wichtig, dass du nicht nur den Bestseller genau analysierst, sondern die gesamte Nische. Du solltest dich fragen, ob deine Konkurrenten hauptsächlich große Marken oder Private Label Seller sind.

Von Nischen mit hauptsächlich beliebten Marken würde ich zunächst die Finger lassen, da der Markteinstieg hier sehr hart wird. Wenn es sich um andere Private Seller handelt, musst du überprüfen wie gut ihr Angebot optimiert ist:

  • Wie hoch ist der Umsatz und Absatz innerhalb der Nische?
  • Wie ist die Bild-Qualität meiner Konkurrenz?
  • Wie ist ihr Listing (Titel, Bulletpoints, Beschreibung) optimiert?
  • Wie groß ist die Preisspanne innerhalb der Nische?
  • Kannst du dich mit deinem Produkt absetzen? Was könnten deine USPs sein?
  • Wie viele Bewertungen haben deine Konkurrenten?
  • Wie gut sind die Bewertungen?
  • Was bemängeln die Kunden an den aktuellen Produkten?

Wie du siehst, ist die genaue Analyse der Nische der Schlüssel. Das ist harte Arbeit, doch entscheidet darüber, ob du erfolgreich verkaufen wirst oder nicht. Nimm dir die Zeit, um herauszufinden, ob und wie du den Markt erobern kannst.

Vor ein bis zwei Jahren wurden immer folgende Eigenschaften angepriesen: Das Produkt sollte leicht und klein sein, nicht saisonal, eine gute Markttiefe haben und möglichst kein Zertifikat benötigen.

Doch mit der Zeit sind viele Private Label Seller in den Markt eingestiegen. Die Spielregeln haben sich ein wenig geändert. Letztendlich ist es nicht wichtig, wie du deine Ziele erreichst: Ein Produkt, das 10€ kostet und sich 30-mal am Tag verkauft und eines, das 30€ kostet und sich 10-mal verkauft, werden dir am Ende den gleichen Umsatz bringen.

Sei also nicht zu versteift auf die alten Regeln, denn oft sind klassische FBA Nischen schon überlaufen. Amazon hat so viele Produkte zu bieten, die du verbessern kannst, ohne starr irgendwelchen Vorgaben zu folgen!

Produkte, die etwas komplexer erscheinen, weil sie schwerer und größer sind oder ein Zertifikat benötigen können sogar von Vorteil sein. Nicht jeder Seller wird sich an ein solches Produkt heranwagen. Die Konkurrenz wird geringer sein und du kannst leichter den Bestseller-Platz einnehmen.

Meine Empfehlung bei der Analyse der Nische: Wenn du ein Produkt findest, dass den Standard-Empfehlungen für Private Label Seller entspricht und indem du jede Menge Potenzial siehst, dann ist das wunderbar. Sollte das nicht der Fall sein, denk einfach mal out of the Box.

Der Marktplatz ist riesig – Du wirst auf jeden Fall ein passendes Produkt finden!

Achtung! An dieser Stelle noch eine kleine Warnung:

Lasst auf jeden Fall die Finger von Trendprodukten! Bestes Beispiel ist der Fidget-Spinner Hype. Diese haben sich kurze Zeit extrem gut verkauft. Hättest du dann in den Markt einsteigen wollen, wäre der Trend schon wieder vorbei gewesen, bevor deine Spinner überhaupt in Deutschland angekommen wären.

Denke langfristig und wähle ein Produkt mit einem längeren Lebenszyklus. Anders kann es bei saisonalen Produkten sein. Diese können bei richtiger Planung sehr lukrativ sein.

Wenn du so ein Produkt vor Beginn der Saison launchst, wird es für dich sehr einfach sein schnell oben zu ranken. Dann kannst du mit einer guten Position die Saison voll mitnehmen. Dabei musst du natürlich beachten, dass die Nachfrage irgendwann nachlassen wird.




Meine Top 6 Tools & Hacks

Wie du mittlerweile weißt, ist die Nachfrage entscheidend. Dein Produkt kann noch so gut sein, aber wenn sich die Kunden nicht dafür interessieren, wird es unmöglich sein große Mengen zu verkaufen.

Der Klassiker unter den Nachfrage-Hacks ist die 999-Methode. Hier legst du 999 Einheiten eines Produktes in den Warenkorb. Die meisten Hersteller haben weniger als 1000 Einheiten auf Lager. Daher wird Amazon dir sagen, dass nur noch X Einheiten verfügbar sind.

Dieses Prinzip wiederholst du einige Tage. Wenn an Tag 1 noch 550 Einheiten im Lager waren und an Tag 2 noch 530, weißt du, dass sich das Produkt 20 mal verkauft hat. Die Methode solltest du aber mindestens eine Woche anwenden.

Entscheidend für die Anzahl der Verkäufe ist der Bestseller-Rang. Der variiert von Kategorie zu Kategorie. Mit dem kostenlosen Chrome Plug-in AMZ Seller Browser,werden dir direkt auf der Suchergebnis Seite, die entsprechenden Sales Ranks angezeigt. Du musst nicht extra auf jedes einzelne Produkt klicken, um dir weiter unten den Sales Rank ansehen zu können.

Ein Bestseller-Rang von 2000 bedeutet in der Kategorie Baby,ganz andere Absätze als in der Kategorie Koffer, Rucksäcke und Taschen.

Generell gilt: Je niedriger der Bestseller-Rang, umso öfter verkauft sich ein Produkt.

Da die Kategorien unterschiedlich groß sind, gibt es hier jedoch große Unterschiede. Wie oft sich ein Produkt im Monat verkauft lässt sich aber ganz einfach mit dem kostenlosen Jungle Scout Sales Estimator überprüfen. Hier gibst du den Bestseller-Rang, den Markplatz und die Kategorie ein. Das Programm zeigt dir sofort die monatlichen Verkäufe – extrem hilfreich!

Amazon FBA Produktrecherche Trick 4

Da der Bestseller-Rang durchaus schwanken kann und wir langfristig planen wollen, ist es wichtig den Verlauf über einen längeren Zeitraum zu kennen. Hierfür kannst du die Website CamelCamelCamel nutzen.

Gib im Suchfeld die Amazon-URL ein und die Seite zeigt dir automatisch die Schwankungen des Rangs an. Du kannst dir ebenfalls den Preisverlauf ansehen. Achte hierbei darauf, die richtige Zeitspanne auszuwählen. Es macht einen Unterschied, ob du dir die letzten drei Monate oder das gesamte letzte Jahr ansiehst.

Noch praktischer ist das kostenlose Chrome Plug-in Keepa. Es hat die gleichen Funktionen wie CamelCamelCamel. Allerdings kannst du hier alle Informationen über den Bestseller-Rang und Preisverlauf direkt auf einer Amazon Produktseite sehen. Du brauchst also nicht extra auf eine andere Webseite zuwechseln, um dir diese Informationen einzuholen.

Die bisherigen Tools waren alle gratis. Jetzt stelle ich dir zwei kostenpflichtige Programme vor. Es handelt sich um XRay und Jungle Scout. Mit diesen beiden Tools wirst du dir bei der Analyse einer Nische extrem viel Zeit sparen. Beide sind sehr ähnlich.

Angenommen, du hast ein Kratzbrett für Katzen gefunden. Um im nächsten Schritt, die ganze Nische zu analysieren müsstest du jetzt händisch alle Produkte überprüfen. Das würde sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. An dieser Stelle kommen die besagten Tools ins Spiel.

Ich zeige dir die Funktion jetzt einmal mit Jungle Scout:

Amazon FBA Produktrecherche Taktik 5

Durch das Öffnen des Plug-ins werden dir direkt alle möglichen Angaben zu den verschiedenen Sellern einer Suchergebnis-Seite angezeigt. So kannst du durch einen schnellen Klick die wichtigsten Informationen sammeln.

Du siehst die Umsätze der besten Verkäufer und erkennst direkt, ob die Nische eine ausreichende Nachfrage hat. Außerdem kannst du die Preise vergleichen, siehst die Anzahl und das Rating der Bewertungen. XRay funktioniert identisch.

Mit einer der beiden Tools kannst du deine Produktrecherche extrem verkürzen. Jungle Scout kostest einmalig $97 (Die LiteVersion reicht vollkommen aus). XRay ist mit 109€ etwas teurer: Beide Programme nehmen sich nicht viel.

Am Ende musst du ausprobieren, welches Tool dir am besten liegt. Eines der beiden Programme würde ich auf jeden Fall kaufen! Im Moment würde ich eher zu Jungle Scout raten, da es zurzeit etwas zuverlässiger arbeitet.




Meine Produktrecherche-Strategie

Wie versprochen, erkläre ich dir jetzt, wie ich in den letzten Jahren erfolgreich meine Produkte finden konnte. Die ganzen Tricks& Hacks sind wirklich hilfreich. Sie sind eine super Unterstützung, um sich wirklich tief in die Produktrecherche einzuarbeiten.

Was bei mir aber am Besten funktioniert, ist eigentlich ganz simpel: Ich verliere mich in Amazon. Oft nutze ich eine der Techniken, um irgendwo zu beginnen. Doch dann lasse ich mich einfach immer weiter durch die Plattform gleiten. Ich klicke die verschiedensten Produkte an und lasse mich durch unterschiedliche Nischen treiben ohne ein wirkliches System.

Das mache ich dann 2-3 Stunden am Stück. Zwischendurch mache ich mir ein paar Notizen und klicke mich weiter durch die Plattform. Wenn ich ca. 10 Produkte gefunden habe, lege ich mir in Evernote eine neue Tabelle an.

Ich überprüfe hier mit Hilfe der Tools die Nachfrage der verschiedenen Produkte, notiere den Bestseller Rang, überprüfe den BSR-Verlauf und brainstorme für erste USP-Ideen.

Es hört sich fast zu einfach an, aber durch das Eintauchen in die unterschiedlichsten Amazon Nischen habe ich bisher meine erfolgreichsten Produkte gefunden.

Setze dir einen Timer. In dieser Zeit machst du nichts anderes, als dich zu 100% in Amazon zu verlieren. Danach gehst du etwas raus oder machst eine halbe Stunde etwas anderes. Mit neuer Kraft wiederholst du den Prozess. Du wirst sehen, mit der Zeit wird es dich nur noch wenige Stunden kosten, gute Produkte für dein Unternehmen zu finden!

Man kann so viele Dinge beachten und Tipps beherzigen. Das hört sich für den Beginn erstmal extrem viel an. Doch mit den verschiedenen Strategien hast du die perfekten Anlaufstellen, um mit der Produktrecherche zu starten.

Die Tools werden dir die Suche noch weiter vereinfachen. Genau wie alles andere im Leben, braucht auch die Produktrecherche etwas Übung. Doch nach einiger Zeit, wird es das geringste Problem sein neue Produkte für dein Unternehmen zu finden!

Setze dir ein Limit, bis wann du dein erstes Produkt gefunden haben möchtest und tausche dich mit Sellern aus, die schon etwas erfahrener sind als du. Das Wichtigste ist, dass du dir ein Produkt aussuchst, für das du dich begeistern kannst. Nur bei einer Nische, die dir wirklich Spaß macht wirst du bereit sein, die Extrameile zu gehen, um deinen Kunden ein einzigartiges Produkt anzubieten.

Beste Grüße und viel Spaß bei der Produktrecherche

Lukas