So skalierst du dein Unternehmen! Das 1×1 der finanziellen Metriken

ZUSAMMENFASSUNG

Bekommst du beim Wort “Buchhaltung” Bauchschmerzen? Ärgerst du dich monatlich über Rechnungen sortieren und Beträge richtig zuweisen? Viele Unternehmer, die sich zum ersten Mal mit buchhalterischen Tätigkeiten auseinandersetzen, lernen nur die Schattenseiten kennen und verbinden mit diesem Thema ausschließlich Negatives. Doch das Verstehen bestimmter Kennzahlen sowie das Analysieren deiner Geldein- und -ausgänge ist essentiell für einen erfolgreichen Unternehmer. Natürlich handelt es sich hier um ein sehr komplexes und durchaus kompliziertes Thema.

Doch wenn du diesen Bereich erfolgreich gemeistert hast und deine KPIs richtig deuten kannst, wirst du das Steuerrad für dein Unternehmen fest in der Hand behalten. Du wirst merken, dass es auf einmal richtig Spaß macht, aus der Vogelperspektive auf dein Unternehmen zu schauen und dass du mit deinen KPIs über einen mächtigen Hebel zur Skalierung verfügst. Außerdem wirst du langfristige Entscheidungen ganz anders treffen.

Die folgenden Abschnitte erklären dir, was es eigentlich mit dem Net-Cashflow auf sich hat, was sich hinter dem Abkürzung GPAAC verbirgt, woraus sich die Burnrate zusammensetzt und wo genau der Unterschied zwischen Gewinn und Umsatz liegt. Du lernst die Grund-Metriken eines jeden erfolgreichen Unternehmens kennen und wirst am Ende ein Gefühl für eine vernünftige Unternehmensskalierung bekommen. 


Die Geldein- und ausgänge, die deinen Cashflow bestimmen

Der Herzschlag deines Unternehmens, und gleichzeitig die wichtigste Metrik überhaupt, ist der Net-Cashflow. Wenn du in diesem Bereich enorme Probleme hast, kann dein Geschäft schnell pleite gehen, denn am Ende ist das Geld (dein “Cash”) deine Maschine, die dein Unternehmen antreibt. 

Unter diesem Begriff werden alle Ein- und Abflüsse deines Kontos verstanden. Jede Ausgabe und jede Einnahme sind für deinen Cashflow relevant. Am Anfang solltest du mindestens einmal monatlich deine Zahlen anschauen.

Später rate ich dir auch zu wöchentlichen und sogar täglichen Checks. So bekommst du ein Gefühl für den Rhythmus deines Business und dein Cashflow spiegelt den Puls deines Unternehmens wider. Das Prüfen deines Net-Cashflows solltest du bei allen Business-Modellen tun, egal um welche Unternehmensart es sich handelt. 

Cashflow beim Unternehmen Amazon:

Laut Jeff Bezos ist der Cashflow die wichtigste Metrik für ein Unternehmen. Ich rate dir unbedingt dazu, die Shareholder Berichte von Amazon durchzulesen – dort wird explizit auf den Cashflow eingegangen und Jeff Bezos betont immer wieder die enorme Kraft eines gesunden Cashflows.Beispielsweise hat Amazon zwar Verluste gemacht, doch führte stets einen positiven Cashflow. Hier kommen Marktdynamiken zustande, die nicht auf Anhieb verständlich sind, aber für die Vogelperspektive auf dein Unternehmen von unfassbarem Wert sind. 

Beispielsweise hat Amazon zwar Verluste gemacht, doch führte stets einen positiven Cashflow. Hier kommen Marktdynamiken zustande, die nicht auf Anhieb verständlich sind, aber für die Vogelperspektive auf dein Unternehmen von unfassbarem Wert sind. 

Wenn du anfängst, deinen Net-Cashflow zu analysieren, solltest du dir immer die Frage stellen, wieso er zu einem gewissen Zeitpunkt gestiegen ist und welche Aktionen zur Steigerung des Cashflows führten. Gleichzeitig solltest du betrachten, wo der Cashflow gesunken ist und welche Aktion wiederum zum Sinken des Cashflows geführt hat. Bitte beachte, dass es einen großen Unterschied zwischen Cashflow und Gewinn gibt. Hierauf komme ich weiter unten zu sprechen. 

Besonders beim Thema Cashflow im E-Commerce-Bereich und bei physischen Produkten musst du deinen Forecast korrekt berechnet haben. Du solltest genau wissen, zu welchem Zeitpunkt du neue Ware bestellen musst. Wenn du dir darüber nicht im Klaren bist, kannst du leicht Fehlentscheidungen treffen und beispielsweise dein Geld in andere Dinge als deine neue Warenbestellung investieren. Derartige Entscheidungen können fatal enden und deinen gesamten positiven Cashflow zerstören.

Übrigens wird häufig der Irrglaube vertreten, dass Wareneinkäufe Ausgaben darstellen. Dabei handelt es sich lediglich um ein Tauschgeschäft, da dein Geld nun in Form von Ware vorliegt. 


GPAAC – deine Gewinnmarge abzüglich der Werbekosten

Ein zweiter, wichtiger KPI für die Skalierung deines Unternehmens ist der GPAAC: Gross profit after advertising cost. Der GPAAC umfasst also deine Gewinnmarge abzüglich Werbekosten. Besonders im E-Commerce-Bereich, wo nicht nur reine Arbeitsleistung gezahlt wird, ist diese Metrik relevant, da Werbekosten oftmals sehr teuer werden können. Der GPAAC umfasst im Endeffekt alle Kosten des Verkaufs eines Produktes: Versand, Rücksendungen, Umsatzsteuer, Amazon-Verkaufsgebühren, Einkauf, Werbekosten, etc. 

Zum besseren Verständnis habe ich dir ein Beispiel mitgebracht. Daraus erkennst du deutlich: GPAAC = Marge – Werbekosten

Nach Abzug der oben genannten Posten, bleiben noch die operativen Kosten bestehen: Software, Tools, Weiterbildung sowie Mitarbeiter/Team. Beachte hierbei unbedingt, dass du selbst auch ein Investment bist, da du am Unternehmen arbeitest. Im Grunde genommen bist du sogar das wichtigste Investment.

Vermeide daher folgenden Fehler: Viele Unternehmer stellen einen ersten Mitarbeiter ein und arbeiten selbst noch im alten Job weiter. Das würde bedeuten, sie sehen sich selbst als einen schlechteren Mitarbeiter als der neue Kollege. Achte unbedingt darauf, dass du von Beginn an selbst Vollzeit an deinem Unternehmen arbeitest und erst, wenn das Limit Zeit erreicht ist, einen zusätzlichen Mitarbeiter einstellst. 

Im E-Commerce herrscht an dieser Stelle noch eine kleine Besonderheit: Zu Beginn eines Business ist nicht Zeit das Limit, sondern finanzielle Ressourcen, die dein Wachstum verhindern. Anfänglich benötigst du beispielsweise nur 20-30 Stunden für dein Unternehmen. Den Rest der Zeit kannst du noch sinnvoll in einen weiteren Job investieren, um mehr Ressourcen reinzubekommen.

Denn wie wir oben gelernt haben: Cashflow ist die wichtigste Metrik und muss erst einmal in Gang gebracht werden. Das kann manchmal nach Gründung ein halbes bis ganzes Jahr dauern. Je nachdem, wo deine aktuelle Blockade liegt (ob Zeit oder finanzielle Ressourcen), gehst du über zur Lösung der Blockade und verschaffst dir zusätzliche Tätigkeiten oder entsprechende Unterstützung. 


Die Burnrate ist der Spiegel deiner Ausgaben

Ein wichtiger KPI deines Unternehmens ist zudem die monatliche Burnrate. Wie der Name schon andeutet, werden hier alle Ausgaben umfasst, die dein Unternehmen monatlich “verbrennt”. Es handelt sich also um Ausgaben (bspw. Tools, Weiterbildung, Mitarbeiter, etc.), die das Wachstum deines Unternehmens bremsen.

Achte vor allem darauf, dass du die Ausgaben so gering wie möglich hältst und kein Geld für unnötige Dinge ausgegeben wird. Frage dich immer, brauche ich diesen Service oder dieses Programm wirklich? Fakt ist, dass du immer bestimmte Tools benötigst. Letztlich geht es darum, die Burnrate effizient zu halten. 

Cashflow-Reserve aufbauen:

Eines der größten Learnings von Bill Gates zum Thema Unternehmensskalierung war folgendes: Baue dir eine Cashflow-Reserve von mindestens 12 Monaten Rücklagen auf. Wenn du beispielsweise eine monatliche Burnrate von 6000 € hast (abzüglich von GPAAC), solltest du für 12 Monate Reserven in Höhe von 72000 € aufbauen.

Besonders zu Beginn eines Unternehmens ist das nicht unbedingt möglich. Doch nach spätestens 2 Jahren Unternehmensbestand solltest du dich auf den Rücklagen-Aufbau fokussieren. Wenn du weißt, dass dein Unternehmen eine gewisse Zeit auch ohne Einnahmen bestehen kann, wirst du bessere Entscheidungen treffen können.

Baue dir also Schritt für Schritt Rücklagen auf und behalte immer einen prozentualen Anteil zurück. Beginne mit 20 % bis du dein Ziel der 12 Monate Rücklagen erreicht hast. Gehe anschließend dazu über, nur noch 10 % deines Gewinnes beiseite zu legen. Natürlich kannst du bei guter Gelegenheit deine Reserven auch investieren. Durch diese Art des finanziellen Haushaltens bekommst du ein ganz anderes Selbstbewusstsein und legst eine extremere Entwicklung hin. Behalte deine Burnrate gut im Auge und überprüfe sie in regelmäßigen Abständen. 

An dieser Stelle möchte ich dir noch einen wertvollen Tipp zum richtigen Kontenmanagement mitgeben: Halte es simpel und lege dir maximal 2 unterschiedliche Konten an. So wie sich die Simplicity-Regel durch deine ganzen Unternehmensebenen ziehen sollte, ist auch der Bereich Finanzen simpel zu halten. Ich empfehle dir, ein Hauptkonto zu haben. Hier werden die Ein- und Ausnahmen verwaltet. Ein weiteres Konto solltest du dir für Steuerrücklagen zulegen. Die eigentlichen Rücklagen der Burnrate (die Cashflow-Reserve) solltest du auf dem Hauptkonto lassen. 


Umsatz vs. Gewinn – wo liegt der Unterschied?

Vielen Unternehmern ist besonders zu Beginn der Unterschied zwischen Umsatz und Gewinn nicht klar und sie sind sich nicht über das Zusammenspiel beider Metriken bewusst. 

Umsatz ist ein Wachstumsindikator (Growth KPI). Wenn du deinen Umsatz erhöhen willst, brauchst du mehr Geld (finanzielle Ressourcen). Um höhere Gewinne zu fahren, brauchst du einen höheren Umsatz. Du kannst deinen Umsatz also nur steigern, wenn du gleichzeitig höhere Gewinne fährst. 

Doch beim Thema “Gewinne” gibt es genau 3 Probleme, die vor allem bei kurzfristigem Denken auftreten können:

1. Trotz Gewinn kann ein negativer Cashflow auftreten.

Beispielsweise sind Wareneinkäufe keine Gewinne. Am Beispiels von Jeff Bezos und Amazon haben wir bereits verdeutlicht, dass du trotz Gewinn auch einen negativen Cashflow haben kannst. Wenn dich Jeff Bezos Stellung zum Thema Cashflow weiter interessiert, solltest du dir diesen Artikel durchlesen.

2. Um zu wachsen, brauchst du finanzielle Ressourcen

Wenn du also kein Geld auf deinem Konto hast, kannst du auch nicht wachsen. Ab einem gewissen Punkt macht es Sinn, sich Fremdkapital für schnelleres Wachstum aufzunehmen. Hierbei solltest du bedenken, dass Rückzahlungen eines Darlehens nicht gewinnmindernd sind, sondern negative Gewinne darstellen.

Besonders im Bereich E-Commerce siehst du großes Wachstum nicht in Form von Zahlen, sondern eher in Form von Waren. Wenn du ein Lager mit Ware im Wert von 100.000 € vorweisen kannst, hat sich dein anfängliches Geld auf jeden Fall vermehrt.

Den Vervielfachungs-Effekt sieht man im E-Commerce leider nicht direkt, es herrscht zu Beginn ein recht niedriger Cashflow, weil vieles in Ware reinvestiert wird. Um dir dennoch einen positiven Feedbackloop zu verschaffen, solltest du dir deinen Warenbestand vor Augen führen und dir bewusst machen, wie du dein Geld bereits vermehrt hast. Zwar nicht in Geld, aber in Form von Ware. Du wirst merken, wie sehr dich diese Erkenntnis pushen wird.

3. Ein Unternehmen mit einem zu hohen Profit ist ineffizient.

Ein Unternehmen, was hohe Gewinne fährt, investiert nicht langfristig genug, weil es nicht wachsen kann. Du musst Gewinne reinvestieren, um zu wachsen. Du solltest deine Profits in die Weiterentwicklung stecken, sonst kann dein Unternehmen nicht wachsen. Normalerweise verzeichnest du daher die ersten Jahre sehr wenig Gewinne und zahlst dir nur ein geringes Gehalt aus.

Das bedeutet zwar, dass du kurzfristig auf die Gewinne verzichtest; langfristig jedoch ein gesundes Unternehmen aufbauen wirst. Frage dich an dieser Stelle auch: Wie sieht dein Lifestyle aus? Was ist dein Lebensstandard? Dein Gehalt, was du dir auszahlst, ist nämlich auch gewinnmindernd. Lasse das Geld lieber im Unternehmen, um zu wachsen. Im Endeffekt ist das Ziel, Freiheit zu gewinnen und seine Liebe zum Unternehmertum auszuleben. Das ist der wahre Spaß und kein krasser Lifestyle. 

Um dir den Unterschied zwischen einem Unternehmen mit hohen Profit und einem mit geringerem Gewinn deutlich zu machen, habe ich dir ein Beispiel mitgebracht:

Unternehmen A reinvestiert alle seine Gewinne. Unternehmen B zahlt sich alle Gewinne aus. Unternehmen A wird B bald überholen, weil es sein Geld wieder reinvestiert und kurzfristig auf einen krassen Lifestyle verzichtet. Es wird schnell wachsen. Auf globalem Level bedeutet das, dass zu hohe Gewinne ineffizient sind. Denn du holst nicht das Maximale aus dem Unternehmen raus. Je langfristiger du denkst und je mehr du den Zinseszins ausnutzt, desto eher wirst du in der Zukunft gewinnen. 

Allgemein sagt man, dass ein gutes Ergebnis ca. 10 % Gewinn ist. 15 % oder mehr sind sehr gut. 5 % Gewinn ist schlecht. Ich empfehle dir, sobald du die 15 % Marke geknackt hast, die restlichen 5 % zu reinvestieren, um weiter zu wachsen. Nur so wirst du langfristig mehr Umsatz erwirtschaften. 


Deine heutigen Learnings

Die wichtigsten Metriken deiner finanziellen KPIs sind:

• Net-Cashflow (alle Geldein- und abflüsse)
• GPAAC (deine Gewinnmarge abzüglich Werbekosten)
• Burnrate (deine gesamten Ausgaben, die das Wachstum deines Unternehmens verhindert)

Du weißt jetzt auch, dass du:

• Ausreichend finanzielle Ressourcen benötigst, um stetig wachsen zu können. 
• Zu Beginn einen vermutlich geringen Cashflow haben wirst, dennoch aber in Form von Ware dein Geld vermehren konntest
• Keine zu hohen Gewinne haben willst, sondern lieber dein Geld in dein Unternehmen reinvestierst, um langfristig gut aufgestellt zu sein. 

Wenn du dich jetzt ransetzt und deine Unternehmenszahlen analysierst, dann merke dir unbedingt folgendes: Betrachte niemals die einzelnen Metriken isoliert, sondern behalte das gesamte System aus der Vogelperspektive im Auge. 

Zuletzt habe ich dir noch einen Buchtipp mitgebracht, der dir das Thema “Buchhaltung” anschaulich und leicht verständlich erklärt: Accounting made simple von Mike Piper. Das Buch ist zwar auf Englisch, doch das Thema sehr einfach beschrieben.  

Viel Spaß beim Skalieren und gib nie das Steuerrad deines Unternehmens aus der Hand!


Erwähnte Ressourcen:
• Amazon Shareholder Reporte: Klick hier
• Accounting Made Simple: Klick hier

Beste Grüße und viel Erfolg,
Lukas Mankow

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