Eigenes Unternehmen gründen: Von der Geschäftsidee bis zur Umsetzung

Ein eigenes Unternehmen gründen, sich selbst zu verwirklichen und sowohl finanziell als auch von einem Arbeitgeber unabhängig werden. Mit den Schritten aus diesem Aritkel absolut möglich!

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16 Minuten Lesezeit
Unternehmen gründen

Ein eigenes Unternehmen gründen – Viele träumen davon, doch zögern mit den ersten Schritten. Als Unternehmer arbeitet man an der Verwirklichung seiner eigenen Ziele und kann gleichzeitig etwas Positives bei anderen Menschen bewirken. Für viele scheint die Unternehmensgründung jedoch mit einige Hürden zu konfrontieren und sie stellen es sich erstmal komplizierter vor, als es eigentlich ist.

Braucht man eine innovative Idee? Wie gründet man überhaupt ein Unternehmen? Reicht das Startkapital aus? Wie kann man starten, wenn man sich überhaupt nicht mit Steuern, Gesetzen und Richtlinien auskennt? 

Alles wichtige Fragen, die Gründern zu Beginn oft Kopfzerbrechen bereiten. Es werden Berge von Dokumenten und Bürokratie erwartet, obwohl es im Grunde genommen ganz einfach ist. 

Wenn man am Anfang noch keine innovative Idee hat, kann man sich auch bewusst für einen bereits funktionierenden Geschäftszweig entscheiden. Das könnte z.B. der Handel mit Produkten auf Amazon sein. Amazon ist der beliebteste Marktplatz, wenn es um Shopping im Internet geht und viele Händler haben bereits vorgemacht, dass sich mit dieser Methode ein erfolgreiches Unternehmen aufbauen lässt. 

Dieser Atikel behandelt alle entscheidenden Themen, um erfolgreich ein Unternehmen gründen zu können. Dazu gehören u.a. die richtige Geschäftsidee, die Anmeldung des Unternehmens sowie die Grundlagen zum Thema Buchhaltung und Steuern.

Unternehmer werden – Eine wichtige Entscheidung

Das Unternehmertum ist eine Reise, eine Reise auf der man viel lernt und Hoch- sowie Tiefpunkte erlebt. Doch am Ende ist es etwas Schönes, denn man hat selbst die Verantwortung wo die Reise hingeht und wie man sein Leben gestaltet.

Zu Beginn wird man viel Arbeit in sein Unternehmen stecken, ohne dass man sichtbare Erfolge erzielt. Es wird auch mal Rückschläge geben, wo man Geld verliert oder das Geschäft aus irgendeinem Grund wenig Umsätze erzielt. Diese Rückschläge sollte man jedoch nie als Grund nehmen, aufzugeben. Zu einem erfolgreichen Unternehmer gehört es, diese Zeiten zu meistern und stets lösungsorientiert in die Zukunft zu schauen. Wenn man heute Zeit und Energie in sein Unternehmen steckt wird man immmer zeitversetzt die Erträge (Outputs) sehen.

Eine der wichtigsten Eigenschaften von erfolgreichen Unternehmen ist langfristiges Denken. Was man heute tut, hat vielleicht keine Auswirkung auf morgen, übermorgen oder in einem Monat, zahlt sich aber in einem Jahr umso mehr aus. Wenn das Geschäft erstmal läuft und man finanziell abgesichert ist, kann noch größere und aufwendigere Projekte realisieren.

Die Entscheidung Unternehmer zu werden, sollte nicht einfach über Nacht getroffen werden. Man sollte sich zuerst Gedanken darüber mache, was eigentlich die Motivation, Ziele und Erwartungen dahinter sind.

Hintergründe & Motivation

Wieso möchte man überhaupt Unternehmer werden? Diese Frage wirklich ehrlich zu beantworten, wird die nächsten Schritte entscheidend beeinflussen. Es muss nicht das große Unternehmen mit 100 Mitarbeitern sein und es muss auch nicht immer einem höheren Zweck dienen. Wenn die Motivation z.B. einfach mehr zu verdienen als in einer Festanstellung ist, dann ist das auch vollkommen in Ordnung. Vielleicht möchte man auch einfach unabhängig von einem Arbeitgeber sein, sich selbst verwirklichen oder neben deinem Job etwas dazuverdienen. Eine 2018 durchgeführte Studie zeigt, dass genau das die häufigsten Motive sind, ein eigens Unternehmen zu gründen.

Unternehmer werden Motivation

Tipp: Man kann auch erstmal klein anfangen und zunächst neben einer Festanstellung das Startkapital für das eigene Unternehmen aufbauen und nebenberuflich starten. Wenn es dann gut läuft, kann man sich voll auf das Unternehmen fokussieren.

Wenn du aber direkt schon eine richtig innovative Idee hast, von der du zu 100 % überzeugt bist,  kannst du natürlich auch All-in gehen und diese mit Investoren oder Crowdfunding verwirklichen. Dafür eignet sich z.B. die Seite Kickstarter.com

Geschäftsideen finden

Je nach vorhandenem Startkapital und Zielsetzung gibt es unterschiedlich geeignete Geschäftsmodelle und Geschäftsideen. Grundlegend kann man zwischen den Bereichen Online-Unternehmen, stationäres Unternehmen und Selbstständigkeit unterscheiden. 

Das stationäre Unternehmen spielt, wenn man sich noch nicht zu 100 %  sicher ist, vermutlich erstmal noch keine Rolle. Startkapital und laufende Kosten sind hierbei in der Regel sehr hoch, da zunächst eine Räumlichkeit eingerichtet, Equipment oder Warenbestand gekauft sowie Miete bezahlt werden muss. Geschäftsideen zu stationären Unternehmen sind unter anderem Restaurants, Cafés, Einzelhandelgeschäfte oder Dienstleister wie Friseure.

Eine Selbstständigkeit unterscheidet sich insofern von einem Unternehmen, dass man als Selbstständiger in den meisten Fällen weiterhin Zeit gegen Geld eintauscht und im Auftrag von andere Unternehmen arbeitet. Man vermarktet dabei keine Marke oder ein bestimmtes Produkt, sondern sich selbst, als Experte in einem spezifischen Bereich. Beispielsweise als selbstständiger Fitnesstrainer oder Finanzberater.

Warum ist ein Online-Unternehmen so gut geeignet für den Start? Das Internet bietet enorm viele Möglichkeiten, eine Reichweite aufzubauen und eigene Produkte zu vertreiben. Aber auch wenn man das Startkapital hat, es aber an Ideen fehlt, kann man auf verschiedene bereits getestete Geschäftsideen zurückgreifen, ohne ein großes Risiko einzugehen. So kann man das erste eigene Unternehmen gründen, auch ohne Büro und bequem von zu Hause aus starten.

Ein bewährter Weg sich über das Internet ein profitables Unternehmen aufzubauen, ist der Handel mit physischen Produkten über Amazon FBA. Auch hier überschätzen viele die Einstiegshürden und wissen gar nicht, dass man ohne großen Startkapital und ausgefallener Produktidee starten kan. Weitere Wege werden in dem folgenden Artikel beleuchtet: Online Business aufbauen

Unternehmen gründen: Anleitung für Neugründer 

Die Voraussetzung, um ein eignes Unternehmen zu betreiben, ist als allererstes ein Gewerbe anzumelden. Sobald das erledigt ist, ist man  berechtigt, selbstständig Geld zu verdienen. 

Zu Beginn steht die Entscheidung der passenden Rechtsform. Wenn man alleine gründet, ist das Einzelunternehmen in Deutschland oder Österreich wohl die beste Wahl. Die Gründung funktioniert ohne viel Bürokratie und man hält seinen Gewerbeschein bereits nach einem kurzen Termin beim zuständigen Bürgeramt in der Hand. 

Vor- und Nachteile des Einzelunternehmens:

  • geringe Bürokratie
  • niedrige Gründungskosten
  • vereinfachte Buchhaltung
  • geringe Steuerlast
  • flexible Gewinnausschüttung
  • Haftung mit Privatvermögen
  • Ansehen (im Vgl. zur GmbH)

Kleinunternehmerregelung 2020

Als Einzelunternehmer hat man die Möglichkeit, die Kleinunternehmerregelung in Anspruch zu nehmen. Diese befreit Neugründer vom Umsatzsteuergesetz, solange man weniger als 22.500 € Umsatz im Jahr erwirtschaftet. Das bedeutet, als Kleinunternehmer muss man auf seinen Rechnungen keine Umsatzsteuer ausweisen und erhält keine Umsatzsteuer auf die bezahlten Rechnungen zurückerstattet. 

Als Kleinunternehmer muss man abgesehen von der jährlichen Steuererklärung also nichts abgeben, um seinen steuerlichen Aufgaben nachzukommen. Ohne Kleinunternehmerregelung käme noch die Umsatzsteuervoranmeldung dazu. Wie das genau funktioniert, erfährst du weiter unten im Abschnitt Steuern. 

Wann die Kleinunternehmerregelung keinen Sinn macht

Es gibt ein paar Szenarien, bei denen diese Regelung steuerlich jedoch keinen Sinn macht und man sogar Geld verlieren würde: 

  1. Man importiert Produkte. Sobald man Produkte aus einem Drittland nach Deutschland einführt, wird man umsatzsteuerpflichtig und zahlt die Einfuhrumsatzsteuer. Als Einzelunternehmer bekommt man diese vom Finanzamt zurück, hingegen als Kleinunternehmer nicht. 
  2. Man beansprucht Dienstleistungen außerhalb von DE. Ein ganz wichtiger Punkt, den viele vergessen. Viele große Unternehmen sitzen nämlich nicht in Deutschland, sondern in steuerlich günstigeren Ländern wie z.B. Luxemburg (Amazon) oder Irland (Google). Wenn man jetzt z.B. Werbung auf Amazon oder Google schaltet, bezieht  man automatisch eine Dienstleistung aus dem Ausland. 

    Ohne Umsatzsteuer ID kann es passieren, dass man aufgrund des sogenannten Reverse Charge Verfahrens doppelte Umsatzsteuer auf z.B. seine Werbekosten bezahlt. Dieses Verfahren jetzt genauer zu erklären, würde etwas den Rahmen sprengen. In diesem Artikel findest du jedoch weitere Informationen dazu: Steuern bei Amazon FBA
  3. Man hat hohe geschäftliche Ausgaben oder weiß, dass man mehr als 22.500 € Umsatz machen wird. Wenn man zunächst viel Geld investiert, kann die ausgegebene Umsatzsteuer einen höheren Betrag ausmachen.

    Beispiel: Du investierst zum Start 5.000 € in Waren. In diesem Betrag sind 19 %, also 950 € Umsatzsteuer enthalten. Diese würdest du ohne Kleinunternehmerregelung vom Finanzamt zurückbekommen. 

Weitere Rechtsformen 

Das Einzelunternehmen ist in Deutschland und Österreich die einfachste Rechtsform und eignet sich am besten, wenn man alleine und ohne viel Bürokratie gründen möchte. Hier noch ein kurzer Überblick der weiteren Rechtsformen: 

  1. GbR: Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts ist das Gegenstück zum Einzelunternehmen und dann empfehlenswert, wenn man mit mindestens mit einer weiteren Person gründet. Bürokratisch gibt es eigentlich keine Unterschiede zum Einzelunternehmen. Empfehlenswert ist, einen Gesellschaftsvertrag in schriftlich aufzusetzen und beglaubigen zu lassen.
  2. GmbH: Eine GmbH ist die angesehenste Unternehmensform und bietet den großen Vorteil, dass sie als eigene (juristische) Person behandelt wird. Das bedeutet, man haftet als Gründer nicht mehr mit seinem Privatvermögen, sondern nur mit dem Kapital im Unternehmen. Neben höherem bürokratischen Aufwand ist auch ein Startkapital in Höhe von 12.500 € als Einzelgründer und 25.000 € bei zwei Gründern erforderlich. 
  3. UG: Die UG ist die kostengünstige Alternative zur GmbH und ebenfalls haftungsbeschränkt, der Gründer haftet also nicht mit dem Privatkapital. Der Nachteil an einer UG ist, dass sie nicht besonders angesehen ist und den gleichen bürokratischen Aufwand wie eine GmbH erfordert. Lediglich das Startkapital ist geringer bzw. frei wählbar, ab einem Betrag von 1€. 

1.) Gewerbe anmelden 

Die Anmeldung einer GmbH oder UG ist bürokratisch deutlich komplizierter und kostenintensiver, weshalb es in diesem Artikel nur um das Einzelunternehmen bzw. die GbR gehen wird. Wenn man eine GmbH gründen möchte, kannst man sich entweder an einen Anwalt wenden, oder ein Gründungspaket in Anspruch nehmen. Das sind Dienstleistungspakete, die den gesamten Prozess einer GmbH Gründung beinhalten. Solche Pakete gibt es schon relativ günstig, wie z.B. für 199 € auf fuer-gründer.de

Zunächst sollte man sich überlegen, was man überhaupt machen möchte. Denn diese Information wird in dem Gewerbeformular eingetragen. Wenn man sich noch nicht ganz sicher ist, kann man es auch so allgemein wie möglich halten bzw. viele verschiedene Punkte eintragen. Wenn man z.B. mit Amazon FBA starten möchte, weiß man am Anfang noch nicht, welche Produkte man in Zukunft verkaufen wird. Eine Empfehlung ist, alle Amazon Oberkategorien aufzuschreiben und den Handel mit diesen im Gewerbeschein zu vermerken. 

Ein Gewerbe beantragt man am einfachsten beim zuständigen Bürger- oder Gewerbeamt der Stadt, in der man seinen Wohnsitz hat. Hierfür einfach einen Termin vereinbaren und nach nur wenigen Minuten hält man den fertigen Gewerbeschein in der Hand. Die Gebühren dafür liegen je nach Bundesland zwischen 15 und 65 €. Die Mitarbeiter des Gewerbeamts helfen auch gerne bei Fragen oder Unklarheiten, daher auf keinen Fall zögern, offene Fragen zu klären.

2.) Steuerliche Registrierung 

Als Unternehmer muss man seine Einnahmen natürlich versteuern oder nachweisen können, dass man noch unter dem steuerlichen Freibetrag in Höhe von ca. 9.000 € liegt. Um seine Steuerpflichten zu überprüfen und sich bei Steuerfragen bzw. seiner jährlichen Steuererklärung direkt zuordnen zu können, bekommt man eine Steuernummer und ggf. eine Umsatzsteuer ID vom Finanzamt zugewiesen. Dafür füllt man den Bogen zur steuerlichen Erfassung aus, den man ein paar Wochen nach der Gewerbeanmeldung zugeschickt bekommt. 

Tipp: Man kann auch direkt zum Finanzamt gehen und den Bogen dort ausfüllen. So hat man direkt alles erledigt und kann sich ganz um sein Business kümmern. 

Neben persönlichen Daten gibt man ebenfalls an, ob man Kleinunternehmer ist und welche Umsätze/ Gewinne man im ersten und zweiten Jahr erwartet. Wenn man also die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen möchte, darf man einen Umsatz von 22.500 € im ersten Jahr generieren. Das bedeutet, man sollte definitiv etwas weniger schätzen. 

Die Höhe des voraussichtlichen Gewinns sollte nicht über 9.000 € liegen, da alles darunter noch steuerfrei ist. Wenn man direkt einen Gewinn in Höhe von 50.000 € im ersten Jahr angibt, kann es sein, dass man Steuern vorauszahlen muss, obwohl man überhaupt keine Einnahmen hat. 

Wenn der Gewinn am Ende des Jahres deutlich über dem geschätzten Betrag liegt, ist das auch nicht so schlimm. Man wird als Kleinunternehmer in dem Fall einfach zum normal besteuerten Einzelunternehmen hochgestuft. 

3.) Geschäftskonto eröffnen

Es ist zwar nicht verpflichtend, dennoch sollte man direkt am Anfang ein Geschäftskonto eröffnen über welches alle geschäftlichen Zahlungsein- und Ausgänge laufen. 

Wenn man geschäftliche Zahlungen mit dem privaten Konto tätigt, wird die Buchhaltung und die Arbeit für einen Steuerberater wesentlich aufwendiger, da jede Zahlung auf deinem Kontoauszug einzeln betrachtet und zugeordnet werden muss. 

Mit einem Geschäftskonto bei der Hausbank behält man maximale Übersicht und kann  sich als Einzelunternehmen jederzeit Beträge ein- und auszahlen. Die Kosten für so ein Konto sind ziemlich gering und liegen zwischen 5 und 10 € monatlich je nach Bank. Für die Eröffnung einfach einen Termin bei seiner Bank vereinbaren oder bei Möglichkeit das Konto online eröffnen.

4.) Markennamen finden

Auch dieser Schritt ist optional, wenn man ein eigenes Unternehmen gründet und hängt von dem Vorhaben ab. Wenn man z.B. als Freelancer arbeiten möchte, braucht man nicht unbedingt eine eigene Marke. Wenn man hingegen ein eigenes Unternehmen aufbauen möchte und Produkte unter einer eigenen Marke anbieten will, ist dieser Schritt wichtig. 

Neben dem Schutzeffekt hat eine Marke noch den Vorteil, dass Kunden zu echten Anhänger der Marke werden können und langfristig eine Community entsteht. Jede Marke hat einen eigenen Charakter und vertritt andere Werte. Wenn sich Personen damit identifizieren können, kaufen sie eher dort, als bei jemand anderem, auch wenn die Marke teurer ist. 

Aber wie findet man einen guten Markennamen? Es gibt keine feste Anleitung, wie man einen paseenden Namen findet. In den meisten Fällen kommt dieser ganz von alleine, wenn man oft genug darüber nachdenkt. Es gibt jedoch zwei Tools, die man zur Inspiration nutzen kann. 

  • Tool 1: Mit dem Name-Generator auf Namelix.com kann man sich anhand von einem Keyword diverse Vorschläge für Markennamen anzeigen lassen.
  • Tool 2: Auf Brandbucket.com bekommt man Namensvorschläge anhand von Keywords oder Geschäftsbereichen. Unter dem Vorschlag sieht man auch direkt, was die Domain für dieses Wort kosten würde. 

Wenn man einen guten Markennamen gefunden hat, sollte man noch herausfinden, ob dieser überhaupt frei ist. Das geht relativ schnell über die Rechercheseite des deutschen Patent- und Marken-Amt (kurz DPMA). 

Markennamen finden DPMA

Anschließend bekommt man alle Marken angezeigt, die mit diesem Namen übereinstimmen. Wenn es exakte Übereinstimmungen gibt, kann man noch die Nizza-Klassen der Marke prüfen. Die Nizza-Klasse legt fest, in welcher Kategorie die Marke geschützt ist. Wenn du z.B. Knoblauchpressen verkaufen möchtest und ein Zahnarzt den Markennamen geschützt hat, ist das kein Problem, solange man andere Nizza-Klassen auswählt. 

Tipp: Entscheide dich trotzdem für eine Marke, die noch nicht registriert ist. Das macht dich noch einzigartiger und hilft dir später, wenn du bei Google gesucht wirst. 

Anschließend kann man seine Marke für 290 € beim DPMA registrieren. Wie das geht und welche Punkte man noch beachten sollte, wurde im folgenden Artikel behandelt: Marke aufbauen (auch relevant, wenn man kein Amazon FBA betreibt). 

4.) Betriebshaftpflichtversicherung 

In der Unternehmenswelt, kann es immer wieder dazu kommen, dass ein finanzieller Schaden verursacht wird oder etwas rechtlich nicht korrekt eingehalten wird. Schadensersatzzahlungen können schnell teuer werden, daher ist eine Betriebshaftpflichtversicherung eine starke Empfehlung für jeden Unternehmer. 

Beispiele für einen betrieblichen Schaden: Man verletzt das Urheberrecht eines anderen, man schafft es aus verschiedenen Gründen nicht, einen Auftrag rechtzeitig abzuschließen oder ein Produkt verursacht einen Schaden beim Endkunden. Bei physischen Produkten kann man hier zusätzlich eine Produkthaftpflichtversicherung abschließen. 

Eine solche Versicherung kostet je nach Anbieter und Umfang sowie Branche und Umsatz des Unternehmens zwischen 150 und 400 € pro Jahr. Oft kann man die Zahlungen aber monatlich tätigen. 

Steuern und Buchhaltung 

Die Buchhaltung und das Thema Steuern werden oftmals als notwendiges Übel angesehen, wenn man ein eigenes Unternehmen gründen und führen möchte. Auch wenn es interessantere Aufgaben in einem Unternehmen gibt, gehört die korrekte Buchführung zu den wichtigsten Aufgaben. Wenn man aber von Anfang an die richtigen Systeme und Tools nutzt, bleibt der Aufwand auch überschaubar.

Buchhaltung

1.) Rechnungssoftware

Als Unternehmer oder selbstständige Person stellt man seinen Kunden Rechnungen aus. So dokumentiert man seine Einnahmen für die Buchhaltung und es ist absolut nachvollziehbar, woher das Geld genau kommt. 

Jede Rechnung braucht eine Rechnungsnummer und muss bestimmte Pflichtangaben beinhalten. Dazu gehören z.B. Anschrift und Kontakt sowie die Steuernummer und evtl. die ausgewiesene Umsatzsteuer. Mit einem Rechnungstool wie z.B. EasyBill kann man Rechnungen ganz einfach mit wenigen Klicks erstellen, ohne dass man ständig auf die Struktur und die Überprüfung der Angaben achten muss. 

Ein weiterer großer Vorteil an EasyBill ist, dass sich das Tool mit verschiedenen Portalen wie z.B. Amazon oder Shopify verknüpfen lässt und automatisch Rechnungen an Kunden versendet. 

2.) Monatliche Buchhaltung 

Die Buchhaltung findet normalerweise monatlich statt und kann entweder selbst oder von einem Steuerberater erledigt werden. Die Ergebnisse der Buchhaltung dienen als Grundlage für die Steuererklärung oder ggf. die Umsatzsteuervoranmeldung (dazu später mehr).

Am besten erstellt man dafür ein Ordnersystem auf seinem Computer mit einem Ordner für jeden Monat. Anschließend unterteilt man jeden Ordner noch einmal in drei Unterkategorien, in denen man seine Dokumente sortiert. Folgende Dokumente sollte man aufheben und dokumentieren: 

  • Eingangsrechnungen: Rechnungen, die man erhalten hat. (Ausgaben)
  • Ausgangsrechnungen: Rechnungen, die man versendet hat. (Einnahmen)
  • Kontoauszug: aller geschäftlichen Transaktionen im jeweiligen Monat.

Darlehensverträge, Kreditkartenabrechnungen oder Transaktionsberichte (z.B. Amazon, Ebay, Etsy) spielen auch eine Rolle und sollten bei der Buchhaltung hinzugefügt werden. 

Tipp: Ein Steuerberater erleichtert dir viel Arbeit. Die Buchhaltung über einen Profi kostet je nach Steuerberater und Umsatz des Unternehmens zwischen 30 und 70 € pro Monat. 

3.) Steuern als Einzelunternehmer

Als Einzelunternehmer kommt neben den oben genannten Punkten noch die Umsatzsteuer dazu. Was genau ist die Umsatz-, Mehrwert- oder Vorsteuer eigentlich?

Egal, welches Produkt man in Deutschland kauft, man findet immer den Hinweis: Preis inkl. 19 % Mehrwertsteuer. Das bedeutet, dass der Verkäufer des Produktes 19 % des Produktpreises als Umsatzsteuer an den Staat abführt. 

Beispiel: Du kaufst ein Produkt für 10 € inkl. Umsatzsteuer. Der Verkäufer erhält deine 10 €, muss davon aber 1,90 €, also 19 %  für das Finanzamt beiseitelegen.

Jedes Mal, wenn man also als  Einzelunternehmer dem Kunden eine Rechnung schreibt, muss man auf dieser 19 % Mehrwertsteuer ausweisen, die man an das Finanzamt abführt. Ob man eine Dienstleistung oder ein Produkt verkauft, spielt dabei keine Rolle. 

Die Umsatzsteuer wird immer vom Endkunden bezahlt. Wenn man also einen geschäftlichen Einkauf tätigt, bekommt man die bezahlte Umsatzsteuer vom Finanzamt wieder zurück. 

Beispiel: Du beauftragst eine Agentur, deine geschäftliche Website zu erstellen. Der Rechnungsbetrag inkl. USt. liegt bei 1.000 €. Du bezahlst also 1.000 € an die Agentur, bekommst aber später 190 € (19 %) vom Finanzamt zurück. Schlussendlich hast du also 810 € für die Website bezahlt. 

Wie funktioniert der Zahlungsverkehr mit dem Finanzamt? 

Natürlich muss man nicht jedes Mal Geld an das Finanzamt überweisen, wenn ein Kunde eine Rechnung bezahlt. Abgewickelt werden die Zahlungen im ersten Jahr auf monatlicher Basis mit der Umsatzsteuervoranmeldung. Klingt kompliziert, ist aber nur eine Liste der Einnahmen und Ausgaben. 

In der Umsatzsteuervoranmeldung wird die eingenommen Umsatzsteuer gegen die ausgegebene Umsatzsteuer gerechnet. Je nach Ergebnis bekommt man Geld zurück oder muss einen Restbetrag an das Finanzamt überweisen. 

Beispiel: Du hast im Januar 1.000 € Umsatz durch Produktverkäufe gemacht. Das bedeutet, du hast 190 € Umsatzsteuer eingenommen. Gleichzeitig hast du aber 1.000 € für eine neue Website ausgegeben und somit 190 € Umsatzsteuer bezahlt. 190 € Einnahmen (-) 190 € Ausgaben = 0 €. Du musst also keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen. 

Die Umsatzsteuervoranmeldung lässt sich ganz einfach mit verschiedenen Tools wie z.B. Sevdesk abwickeln. Sobald die Einnahmen steigen, sollte man sich aber an einen Steuerberater wenden.

Steuern als Kleinunternehmer

Als Kleinunternehmer gibt man einmal im Jahr eine Steuererklärung ab. Teil der Erklärung ist die Gewinnermittlung, in welcher die Ausgaben dann von den Einnahmen abgezogen werden. Wenn man also 12.000 € Umsatz gemacht (Einnahmen) hat und geschäftliche Ausgaben in Höhe von 5.000 € (z.B. Webseite, Werbung oder Wareneinkauf) hatte, bleibt ein Gewinn von 7.000 € übrig und man muss keine Einkommensteuer bezahlen. 

Sobald man über diesem Freibetrag liegt, wird der niedrigste Steuersatz in Höhe von 14 % fällig. Je mehr man verdient, desto höher wird der Steuersatz. Eine genaue Staffelung der verschiedenen Steuersätze befindet sich in diesem Artikel: Steuern & Buchhaltung

Die Steuererklärung sollte immer in Zusammenarbeit mit einem Steuerberater erfolgen, da man sonst leicht Fehler macht, die zu hohen Nachzahlungen oder ungewollter Steuerhinterziehung führen. 

4.) Steuerberater finden 

Ein guter Steuerberater ist Gold wert und in jedem Unternehmen spätestens bei der Steuererklärung unersetzlich. Deswegen ist es wichtig, dass man sich schon zu Beginn nach der Unternehmensgründung auf die Suche nach einem geeigneten Experten macht. 

Natürlich gibt es in Deutschland viele Steuerberater, die meisten sind jedoch nicht auf Online-Businesses spezialisiert. Daher sollte man bei der Suche genau darauf achten, wie gut sich der Steuerberater mit einem Geschäftsfeld auskennt. In jedem Business gibt es andere wichtige Dinge zu beachten, weshalb sich viele Berater auch auf ein bestimmtes Gebiet spezialisieren.  

Beispiel Case: Wie man mit Amazon FBA ein Unternehmen gründet und aufbaut

Amazon FBA

Amazon FBA ist eine hervorragende Möglichkeit ein handfestes Unternehmen aufzubauen, welches sich von jedem Ort auf der Welt aus managen lässt. 

Was ist Amazon FBA überhaupt? Amazon kennt wahrscheinlich jeder, zumindest aus der Sicht eines Kunden. Viele wissen jedoch nicht, dass man auch eigene Produkte auf Amazon verkaufen kann. Dabei profitiert man von unglaublicher Reichweite und dem starken Kundenvertrauen in die Plattform. Das Amazon FBA Programm ist eine Option für Verkäufer, bei der Amazon die Lagerung, die Verpackung und den Versand der angebotenen Produkte übernimmt. Das Beste daran, man braucht keine ausgefallene Produktidee oder großes Vorwissen. Mit den richtigen Strategien und Anleitungen ist es für jeden möglich auf Amazon als Händler aktive zu werden. 

Viele Gründer entscheiden sich aus genau diesem Grund für den Verkauf auf Amazon. Es ist egal, ob du eine große Marke mit einer vielseitigen Produktplatte oder eine Einzelperson mit einem einzigen Produkt bist. Die einzige Anforderung ist ein angemeldetes Gewerbe. 

Zunächst geht es darum, ein profitables Produkt zu finden. Also ein Produkt, welches sich auf Amazon gut verkauft, obwohl es keine guten Angebote gibt. Mit bestimmten Tools lässt sich das in wenigen Minuten herausfinden. 

Nun ist die Frage, hat das Produkt eventuell ein Patent oder benötigt es Zertifikate? Viele Produkte müssen bestimmte Anforderungen vom Gesetzgeber erfüllen, um nach Deutschland importiert werden zu dürfen. Diese Zertifikate können von Prüflaboren wie z.B. TÜV SÜD ausgestellt werden. Je weniger Zertifikate ein Produkt braucht, desto günstiger kann man starten. 

Das Produkt hat kein Patent und braucht wenige oder sogar keine Zertifikate? Sehr gut, jetzt wird festgelegt, wie das Produkt überhaupt aussehen soll, und welche Eigenschaften es braucht, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Vielleicht ein anderes Material, eine zusätzliche Funktion oder ein schöneres Design.

Über Seiten wie Alibaba findet man geeignete Hersteller in China, die einem meistens schnell und unkompliziert ein faires Angebot machen und die vereinbarten Änderungen am Produkt realisieren können. Das gute ist, dass die meisten Hersteller schon ab geringen Mengen wie z.B. 500 Einheiten produzieren. 

Nachdem verschiedene Beispielprodukte überprüft wurden, wird die finale Bestellung aufgegeben. Vorher muss noch das Verpackungsdesign inkl. Logo festgelegt, und eine EAN Nummer auf das Produkt geklebt werden. EAN Nummern kann man bereits ab 5,50 € pro Nummer bei der GS1 Germany bestellen. 

Sobald die Bestellung verpackt und adressiert wurde, holt der Logistiker diese bei dem Hersteller z.B. aus China ab und verschickt sie entweder per Schiff oder Flugzeug nach Deutschland. In Deutschland angekommen geht es noch über den Zoll, wo Zollgebühren und Einfuhrumsatzsteuer anfallen. 

Während die Ware unterwegs ist, kann bereits das Angebot auf Amazon erstellt werden. Wichtig ist eine gute Keyword-Recherche, damit das Produkt nach dem Launch schnell in den Suchergebnissen erscheint. Professionelle Produktfotos sorgen für viele Klicks und Verkäufe, weshalb bei diesem Punkt nicht gespart werden sollte. 

Durch zielgerichtete PPC-Werbekampagnen erscheint das neue Produkt ganz oben in den Suchergebnissen und steigt dadurch immer weiter im organischen Ranking. Die hohe Produktqualität sorgt für gute Bewertungen, was wiederum die Verkäufe ankurbelt. Es gibt Produkte auf Amazon, die sich über 300 Mal am Tag verkaufen. Das Potenzial ist also enorm. 

Wenn das erste Produkt gut anläuft, kann relativ schnell das zweite gelauncht werden. Dieser Prozess wiederholt sich immer wieder und sorgt für immer schnelleres Wachstum. Es gibt Amazon-Unternehmer, die mit einem Produkt angefangen haben und innerhalb von zwei Jahren die 7-stellige Umsatzmarke pro Jahr geknackt haben. Und das nur, weil sie ein Produkt nach dem anderen auf den Markt gebracht haben. 

Mit einem Startkapital von ca. 3.000 € kann jeder anfangen und sein erstes Produkt erfolgreich auf Amazon zu verkaufen. Das wichtigste ist, eine gute Produktqualität. Nur so kann sich das Produkt langfristig halten und konstante Umsätze und Gewinne generieren. 

Wer ebenfalls mit Amazon FBA beginnen möchte, kann mit der Schritt-für-Schritt Anleitung direkt starten!

Fazit – Eigenes Unternehmen gründen

Ein eigenes Unternehmen zu gründen ist wie man sieht gar nicht so aufwendig, wie es womöglich scheint. Wie bei jedem anderen Thema ist es aber wichtig, sich in die Materie einzuarbeiten und herauszufinden, welche Aufgaben und Pflichten auf einen zukommen. 

Mit den Anleitungen aus diesem Artikel, hast man auf jeden Fall alles an der Hand, um anfangen zu können und die Grundlagen der Unternehmensgründung zu verstehen. Es ist klar, mit welchen bürokratischen Aufgaben man sich als Neugründer konfrontiert sieht. Die meisten Aufgaben sind lediglich im Kopf kompliziert. Letztendlich ist ein Geschäftskonto nicht anderes als ein weiteres Bankkonto, eine Steuererklärung nichts weiter als die Gegenüberstellung deiner Einnahmen und Ausgaben und die Gewerbeanmeldung lediglich ein Formular, welches in 10min ausgefüllt ist. 

Für Bereiche, wie etwa Buchhaltung oder Steuern, ist es empfehlenswert sich Unterstützung von einem Steuerberater zu holen. Die Investition ist es auf jeden Fall wert und man kann sich als Unternehmer auf andere wichtige Bereiche in seinem Business fokussieren.

Jetzt gilt es in die Umsetzung zu kommen, seine Ziele nach dem Schema aus diesem Artikel in einzelne Action-Steps herunterzubrechen und starten sein Unternehmen zu gründen!


FAQ – Häufig gestellte Fragen


• Wie‌ ‌gründet‌ ‌man‌ ‌ein‌ ‌Unternehmen?‌ ‌

Ein eigenes Unternehmen zu gründen ist erstmal gar nicht so kompliziert, wie es womöglich scheint. Die Gründung eines Einzelunternehmens kann in wenigen Schritten erledigt werden. Zu Beginn steht die Gewerbeanmeldung beim Amt. Bei einer GmbH gibt es mehr zu beachten. Mehr zu den Schritten und den unterschiedlichen Rechtsformen hier.

• Wie viel kostet es ein Unternehmen zu gründen?

Die Anmeldung eines Einzelunternehmens kostet zwischen 15-65€ je nach Bundesland. Je nachdem welches Geschäftsmodell man anstrebt, sollte man auch ein entsprechendes Startkapital einplanen. Es gibt aber auch genügend Geschäftsideen, die man ohne viel Kapital zu haben, starten kann. Mehr dazu in diesem Beitrag.

• Warum sollte man ein Unternehmen gründen?

Die Gründe ein eigenes Unternehmen zu gründen, sind vielfältig. Die meisten Unternehmer streben nach finanziell besseren Verhältnissen, Unabhängigkeit von einem Arbeitgeber und Selbstverwirklichung.

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