Hat mein Amazon FBA Produkt ein Patent? Mit diesen 6 Tricks findest du es heraus!

Wenn du dir diesen Artikel durchliest hast, du dein erstes Produkt wahrscheinlich schon gefunden. Das ist überragend! Doch bevor du jetzt wertvolle Zeit in die Produktentwicklung investierst, hat eine ausführliche Patentrecherche höchste Priorität!

Ich erkläre dir zuerst, was ein Patent eigentlich ist. Wir schauen uns gemeinsam die Unterschiede zwischen Patenten, Designs und Gebrauchsmustern an. Ich erkläre dir, mit welchen Strafen du rechnen musst, falls du gegen ein Patent verstößt.

Natürlich bin ich kein Patentanwalt. Doch durch meine lange Erfahrung kann ich dir meine 6 besten Tricks mitgeben, um herauszufinden, ob dein Produkt bereits durch ein Patent geschützt ist!




Was ist ein Patent?

Ein Patent schützt eine technische
Erfindung
. Dieses Schutzrecht ist für die gesamte Technik oder nur für
einen technischen Aspekt des Produktes ausgeschrieben. Dieser Aspekt muss neu und erfinderisch sein, sodass er zu
einem Vorteil gegenüber vergleichbaren Produkten führt.

Selber ein Patent anzumelden, ist im Gegensatz zu einer Markenanmeldung, sehr kompliziert und sollte auf jeden Fall von einem Patentanwalt durchgeführt werden. Sollte es einmal vom zuständigen Patentamt abgesegnet worden sein, ist es bis zu 20 Jahren gültig.

Der Patentinhaber hat das Recht anderen Wettbewerbern die Benutzung ihres Produktes zu verbieten. Solltest du ein Produkt entwickelt haben, dass auf technischen Neuerungen basiert, kannst du dir überlegen, ob es sinnvoll ist ein Patent anzumelden. So kannst du dich erfolgreich vor Wettbewerbern schützen.




Der Unterschied zu Gebrauchsmustern und eingetragenen Designs

Im Gegensatz zu Patenten werden Gebrauchsmuster nicht auf den Grad der Neuartigkeit überprüft. Hier wird das Schutzrecht lediglich, ohne kompliziertes Prüfverfahren, beim Patentamt registriert. Ein Gebrauchsmuster kann also weniger erfinderisch sein und wird oft als kostengünstigere Alternative zum Patent gewählt.

Ein Beispiel für den kleinen Bruder des Patents können verschiedenste technische Neuheiten sein oder die Entwicklung eines bestimmten Herstellungsverfahrens.

Die Anmeldung erfolgt auch wesentlich schneller als die Patentanmeldung, da die Idee hinter der Gebrauchsmusteranmeldung nicht nochmal gesondert geprüft wird. Es ist bis zu 10 Jahren gültig.

Du solltest bei deiner Analyse auch vorhandene Gebrauchsmuster überprüfen. Bei den Seiten, die ich dir gleich zeige, hast du oft die Möglichkeit, dir direkt beides anzuschauen.

Das eingetragene
Design
ist ein gewerbliches Schutzrecht. Bis 2014 hieß es noch
Geschmacksmuster, wurde aber im Zuge des neuen Designgesetzes umbenannt.

Im Gegensatz zum Gebrauchsmuster bezieht es sich nicht auf
technische Aspekte, sondern auf den Schutz
eines Produktdesigns
. Dazu gehören neuartige Formen, Muster und Farben von zwei
-oder dreidimensionalen Erscheinungsformen.

Ein Beispiel hierfür ist der einzigartige Schnitt eines T-Shirts, ein Logo oder spezielle Abrundungen eines Möbelstücks zum Schutz vor Verletzungen.




Was passiert, wenn ich gegen ein Patent verstoße?

Der Patentinhaber hat das Recht anderen Wettbewerbern die
Benutzung ihres Produktes zu verbieten. Die Folgen einer Patentverletzung können
für dich einen extremen Rückschlag
bedeuten.

Sollte es zu einer Klage wegen eines Patentverstoßes kommen, müsstest
du im schlimmsten Fall deine gesamten
Gewinne
herausgeben. Diese Gewinne sind natürlich nicht alle frei zur
Verfügung, da du dein Geld wahrscheinlich schon wieder reinvestiert hast, um
dein Unternehmen weiter zu skalieren.

Eine Gewinnherausgabe kann deinen finanziellen Ruin bedeuten. Daher ist es so wichtig, dass du vor dem Sourcing-Prozess eine detaillierte Patentrecherche durchführst. Ich zeige dir im nächsten Abschnitt, wie ich bisher dabei vorgegangen bin. Mein Vorgehen hat mich in den letzten Jahren vor einigen Fehlern bewahrt.

Dennoch muss ich dir nochmal sagen, dass ich natürlich kein Patentanwalt bin, der jeden Paragraphen bis in den letzten Winkel kennt. Meine Tipps sollen dir aber eine Hilfe sein, um herauszufinden, ob dein Produkt durch ein Patent geschützt ist.




Meine 6 Tipps für die Patentrecherche




1. Gibt es noch andere Verkäufer?

Überprüfe, wie viele Seller in deiner Nische das Produkt verkaufen. Sollte es mehrere Seller mit sehr ähnlichen Produkten geben, ist das schon mal ein gutes Zeichen. Du solltest dich aber nicht darauf verlassen!

Viele Seller wissen gar nicht, dass eine Patentrecherche
absolut notwendig ist. Besonders chinesische Seller verkaufen oftmals Produkte,
ohne vorher zu überprüfen, ob sie das überhaupt dürfen. Zusätzlich kannst du
dich auch noch auf dem amerikanischen Markt umsehen ob es Anzeichen für einen „Original-Hersteller“ gibt.

Sollten viele deutsche oder europäische Verkäufer in der Nische aktiv sein, kannst du dir schon etwas sicherer sein. Das reicht aber leider auch nicht aus. Daher sind die nächsten Tricks auch absolut notwendig!




2. Google Suche

Die Suche auf Google ist ein einfacher und gleichzeitig ein sehr wichtiger Schritt. Gib dein Produkt einfach mal in Kombination mit dem Wort „Patent“, “patentiert“ oder „geschützt“ ein. Sollte hier nichts Auffälliges dabei sein, ist das auch wieder ein gutes Zeichen.

Schau auf den Webseiten deiner potenziellen Konkurrenz nach. Überprüfe die Seller auf Amazon und versuche ihre Webseiten herauszufinden. Das gilt aber nicht nur für die Bestseller. Manchmal verkauft der Originalhersteller weitaus schlechter, als andere Nachahmer. Hier musst wirklich sorgfältig sein und dir Zeit lassen.

Überlege dir, welche größeren Marken dein Produkt verkaufen könnten und informiere dich bei Ihnen, ob von einem Patent gesprochen wird. Alternativ kannst du deinen Produktnamen auch mal bei YouTube eingeben. Manchmal liefert mir auch diese Plattform nützliche Hinweise.




3. Google Patents

Wenn du einmal auf Google bist kannst du hier direkt Google Patents eingeben. Die Suchmaschine hat mittlerweile eine zusätzliche Funktion um Patente zu recherchieren. Die Datenbank ist sehr groß und wird dir Patente aus Teilen der Welt präsentieren.

Hier zu recherchieren ist ein absolutes Muss! Die Produktzeichnungen sind sehr hilfreich, um herauszufinden, ob das jeweilige Patent für dich überhaupt relevant ist.

Patent Amazon FBA 1 Patentrecherche




4. Espacenet

Espacenet ist die offizielle Patentrecherche-Seite des europäischen Patentamtes. Hier kannst du wählen zwischen einer Smart, Advanced und Classification Search. Das ermöglicht dir,von Beginn ziemlich viele Details einzugeben und die Suche etwas einzugrenzen.

Amazon FBA Patent 2 Patentrecherche

Wenn du dich durch die einzelnen Suchergebnisse klickst, kannst du dir auch hier wieder die Produktzeichnungen zu Nutze machen. Oftmals handelt es sich bei den Schutzrechten um eine ähnliche Kategorie, bei denen sich das Patent jedoch stark von deinem gewählten Produkt unterscheidet.




5. DPMA

Das deutsche Patent- und Markenamt bietet dir zwei sehr gute Recherchemöglichkeiten. Du kannst wählen zwischen der Datenbank DEPATISnet und dem DPMAregister.

Amazon FBA Patent 3 Patentrecherche

Beide Datenbanken sind sehr ähnlich aufgebaut. Die Einsteigerrecherche eignet sich für uns
bestens, um relevante Patente für ein bestimmtes Produkt herauszufinden. Hier
kannst du zusätzlich auch Gebrauchsmuster,
Designs und Markennamen
recherchieren.

Diese Seite wird dich auf deinem Weg zum erfolgreichen Produkt noch öfters begleiten! Hier zu suchen hat bei
mir bisher die besten Ergebnisse hervorgebracht. Die Seite ich einfach
aufgebaut und du kannst umfassende Ergebnisse analysieren.

Du merkst, dass meine Tipps immer aufeinander aufgebaut haben. Wir haben uns von einer eher allgemeinen Suche, zu einer Auswertung von sehr spezifischen Datenbanken hingearbeitet. Das ist der Weg, den ich dir auf jeden Fall empfehlen kann!




6. Patentanwalt einschalten

Solltest du dir wegen möglicher Hinweise auf ein Patent unsicher sein, dieses Produkt aber dennoch auf den Markt bringen wollen, bleibt dir nichts anderes übrig als einen Patentanwalt zu beauftragen.

Ein Patentanwalt hat die Möglichkeit in geschlossenen Datenbanken zu recherchieren und eine genaue FTO-Analyse durchzuführen. Eine Free-To-Operate Analyse untersucht, ob bestimmte Rechte an einer Erfindung existieren. Sollte das der Fall sein, darfst du das Produkt nicht verkaufen.

Du könntest durch deinen Anwalt auch versuchen an den Patentträger heranzutreten, um dein Produkt mit einer Lizenz des Originalherstellers verkaufen zu dürfen. Das ist jedoch mit hohem Aufwand und hohen Kosten verbunden ist.

Nach der FTO-Recherche kannst du dir dann zu 100% sicher sein, ob dein Produkt patentiert ist oder nicht. Die Kosten dafür sind entsprechend hoch. Das heißt, für eine Patentrecherche musst du bereit sein 5.000€ – 10.000€ zu bezahlen.

Gerade zu Beginn deiner Unternehmer-Karriere sind das extrem hohe Kosten. Du solltest dir genau überlegen, ob du einen Anwalt hinzuziehen möchtest. Solltest du die Analyse machen lassen und es stellt sich heraus, dass das Produkt geschützt ist, hast du alleine dafür sehr viel Geld ausgegeben. Mit diesem Geld könntest du erfolgreich 1-2 andere Produkte auf den Markt bringen!

An deiner Stelle würde ich folgendes machen: Solltest
du dir am Ende deiner Patentanalyse unsicher sein und leichte Bedenken haben,
dass dein Produkt patentiert ist, würde ich das Produkt nicht auf den Markt
bringen.

Klar hat dich die Produktrecherche schon viel Arbeit gekostet
und du möchtest endlich durchstarten. Aber ich habe dir auch die Folgen aufgezeigt, wenn du ein
patentiertes Produkt verkaufst.

Es ist noch viel ärgerlicher, wenn du das Produkt auf den Markt bringst und dann merkst, dass du es nicht mehr verkaufen darfst. Noch mehr Zeit und harte Arbeit sind so verloren gegangen. Bei einer Gewinnherausgabe kann es dazukommen, dass du dein gesamtes Unternehmen aufgeben musst.

Wenn du dir nicht wirklich sicher bist, entscheide dich gegen das Produkt. Das Risiko ist einfach zu hoch. Der Amazon Marktplatz hat unzählige Produkte zu bieten, die nur darauf warten, von dir entdeckt zu werden.

Lass dich bei einem Rückschlag niemals unterkriegen! Sieh es als Erfahrung, die dir die zweite Recherche um einiges erleichtern wird.




Fazit

Ich hoffe ich konnte dir in diesem Artikel zeigen, warum die Suche nach Patenten ein so wichtiger Schritt im FBA-Prozess ist.

Die Recherche gehört mit zu den trockensten Aufgaben, doch eine Aufgabe, die gemacht werden muss!

Mein Tipp: Nimm dir wirklich 1-2 Tage Zeit, für eine fokussierte Patentrecherche. Analysiere alle Seiten, die ich dir genannt habe, und trage deine Ergebnisse zum Beispiel auf Evernote zusammen. Du musst hier wirklich exakt arbeiten. Wenn du routinierter in der Recherche bist, wird dieser Prozess auch um einiges schneller gehen.

Denk dran: Sobald dieser Prozess abgeschlossen ist, kann es
endlich mit der kreativen Ausarbeitung deiner USPs weitergehen!

Beste Grüße

Lukas