Multi Channel Vertrieb: Alternative Plattformen für deine Amazon Produkte

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Wenn dein Produkt erst einmal erfolgreich auf Amazon platziert ist, stellt sich natürlich die Frage, ob man dieses nicht auch auf anderen Plattformen, wie z.B Ebay anbieten könnte. Schließlich ist Amazon nicht der einzige Marktplatz für Kunden in Deutschland und Europa. 

Klingt verlockend, denn auf weiteren Marktplätzen vertreten zu sein, bedeutet auch mehr potenzielle Kunden zu erreichen. Dennoch sollte man einige Dinge beachten und genau darauf schauen, wieviel Mühe man in einen neuen Marktplatz investieren möchte bzw. sollte. Denn der Aufwand beim professionellen Einstellen deiner Produkte unterscheidet sich meistens nicht zu dem von Amazon, beim späteren Umsatz kann es aber große Differenzen geben.  Deswegen ist es wichtig, sich jeden Marktplatz genau anzuschauen und zu überprüfen, ob sich der Aufwand im Verhältnis zum möglichen Umsatz lohnt. 

Damit du diese Recherche nicht selber erledigen musst, habe ich dir eine Liste mit den wichtigsten Marktplätzen in Deutschland und ihren verschiedenen Funktionen erstellt. 


Multi Channel Vertrieb: Alternative Plattformen für deine Amazon Produkte

1. Ebay

Der wichtigste und größte Marktplatz neben Amazon ist Ebay. Früher noch ein Ort für den Verkauf von privaten Dingen, ist Ebay inzwischen auch zu einem großen Marktplatz für gewerbliche Verkäufer geworden. 

Auf Ebay hast du weitaus umfangreichere Möglichkeiten, dein Listing zu gestalten, um dich somit von deiner Konkurrenz abzuheben. Da dieses Listing ausschließlich dir gehört, musst dir auch keine Sorgen um die Buybox machen. 

Im Vergleich zu Amazon hat Ebay ein weitaus attraktiveres Werbekonzept. Während du bei Amazon extrem viel Geld durch schlecht performende PPC (Pay Per Click) Werbung machst, zahlst du bei Ebay nur, wenn du auch verkaufst. Dabei entscheidest du im vorhinein, wieviel Prozent du bei einem erfolgreichen Verkauf bereit bist zu zahlen. Somit kannst du genau und zuverlässig kalkulieren ohne unkontrolliert Geld durch Klicks zu verlieren. 

Auch um einen Logistiker musst dich seit neuestem bei Ebay nicht mehr kümmern, denn hier wird gewerblichen Verkäufern nun auch einen Fullfilment-Service angeboten. Die Gebühren bei einem erfolgreichen Verkauf sind etwas günstiger als bei Amazon und belaufen sich, mit Ausnahme auf ein paar Sonderregelungen, auf 9 % sowie einer monatlichen Gebühr ab 39 €.

Wenn du auf der Suche nach einem zweiten Verkaufsweg bist, ist Ebay sicherlich die umsatzstärkste  Option. Durch die komplexe Funktionsweise musst du allerdings mit einem vermutlich höheren Aufwand als beim Betreiben eines Amazon-Shops rechnen.  Weiterhin solltest du bedenken, dass du dir auf Ebay bei deinem Angebot extrem viel Mühe geben musst. Das liegt daran, dass Ebay nicht denselben Trust-Faktor wie Amazon hat. Es liegt also an dir und deinem Angebot, dem Kunden diesen Trust zu übermitteln. 

Für mehr Details und genaue Umsetzung kann ich dir die Videoreihe von Jens Linder empfehlen. 


2. Etsy 

Etsy ist eine Verkaufsplattform, die sich auf Selbstgemachtes, Vintage-Produkte und Künstlerbedarf spezialisiert hat. Wenn du ein Produkt in einer dieser Kategorien hast, ist Etsy eine gute Möglichkeit, um deine Produkte, auch international, an mehr Kunden zu bringen. 

Mit weltweit 2,3 Millionen Verkäufern und 42,7 Millionen aktiven Kunden, kannst du eine enorme Menge an potenziellen Käufern erreichen. Die Plattform ist sehr übersichtlich und das Erstellen eines Shops sowie eines Listings ist nicht besonders komplex. 

Dennoch musst du auch hier, wie bei jedem Marktplatz, dafür sorgen, dass du gesehen wirst. Das Unternehmen hat für seine Verkäufer einen Youtube Kanal erstellt, auf dem du alle nötigen Informationen über das erfolgreiche Verkaufen auf Etsy bekommst.

Die Gebühren sind geringer als bei Amazon. Bei einem Plus-Abonnement zahlst du 9 € monatlich sowie ca. 10 % des Verkaufspreises an Etsy. Wichtig zu beachten ist, dass es keine Fulfillment-Option gibt und du selber für den Versand deiner Ware verantwortlich bist. 


3. Otto.de

Otto.de zählt mit jährlich 7 Millionen aktiven Kunden zu einer der größten E-Commerce-Plattformen in Europa. Ab Frühjahr 2020 eröffnet Otto.de ein Partnerprogramm, dass Sellern wie uns ermöglicht, ihre Produkte auf Otto.de zu anzubieten. Du kannst dich allerdings jetzt schon auf Otto-markets als Verkäufer bewerben. 

Zum Sortiment zählt das Unternehmen Produkte in den Bereichen Wohnen, Technik und Fashion. Solltest du nicht in einer dieser Kategorien verkaufen, ist der Verkauf auf Otto.de keine Option. Die Plattform hat sich zum USP gemacht, dem Kunden einen sehr hohen Qualitätsstandard zu bieten, weshalb der Registrierungsprozess etwas komplexer als bei Amazon oder Ebay ist. Die genauen Anforderungen findest du hier

Da Otto-markets noch in den Startlöchern steckt, lassen sich noch keine genauen Angaben zu Gebühren und Werbung machen. Ich halte das neue Konzept von Otto.de für sehr interessant, gerade wenn man ein etwas teureres Produkt verkauft. Wie erfolgreich das ganze Projekt am Ende wirklich ist, wird sich ab dem Frühjahr 2020 zeigen. 

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4. Hood.de 

Hood.de ist ein direkter Konkurrent von Ebay und mit 10 Millionen aktiven Kunden einer der größten Online-Marktplätze in Deutschland. Auf den ersten Blick unterscheidet sich Hood.de nicht wirklich von Ebay. 

Es können Produkte aller Art, gewerblich oder privat, per Auktion oder Festpreis an Kunden in Deutschland verkauft werden. Als gewerblicher Verkäufer, kannst du dir einen eigenen Shop mit bis zu 20.000 Artikeln erstellen. Die Kosten belaufen sich auf 32 € im Monat (bei jährlicher Abrechnung).

Die Gebühren bei einem Verkauf sind extrem günstig und liegen zwischen 3-7 %. Ein weiterer interessanter Punkt ist, dass du automatisch ein Google-Shopping Listing bekommst, wenn du dein Produkt auf Hood.de anbietest. 

Hood.de ist dennoch kein besonders bekannter Anbieter in Deutschland und du solltest erst einmal schauen, ob sich der Marktplatz überhaupt lohnt. Da die Gebühren auf Hood.de so gering sind, kannst du natürlich auch mit dem Preis runtergehen, und dein Angebot für Schnäppchenjäger attraktiv machen. 


5. Rakuten und Yatego

Zwei in Deutschland etwas kleinere Märkte sind Rakuten.de und Yatego. Beide Seiten funktionieren ähnlich wie Amazon und zu relativ günstigen Tarifen, können Online-Händler dort ihre Waren anbieten. 

Meiner Meinung nach, lohnt sich der Einstieg auf beiden Plattformen nicht. Es gibt weitaus bessere Möglichkeiten, um den vielfachen Umsatz, bei demselben Aufwand zu erreichen. 


Fazit: Alternative Plattformen zu Amazon FBA

Wie du gesehen hast, gibt es ziemlich viele Möglichkeiten, deine Waren auf weiteren Marktplätzen als Amazon anzubieten. Auch wenn es erst einmal sehr verlockend klingt, darfst du nicht vergessen, dass jeder weitere Marktplatz ziemlichen Aufwand nach sich zieht, besonders, wenn du für den Versand der Ware verantwortlich bist. 

Da ich ein Fan des Pareto-Prinzips (80/20 Regel) bin, halte ich den Multichannel-Verkauf nicht für sinnvoll, vor allem, wenn du noch am Anfang stehst. Selbst wenn du bereits ein paar richtig gut laufende Produkte auf Amazon hast, sind die nächst größten Märkte, die du bedienen solltest, die europäischen Amazon Plattformen (PAN-EU)

Wenn du dir danach noch einen weiteren Vertriebskanal aufbauen möchtest, halte ich Ebay und Etsy (wenn du die Kriterien erfüllst) für geeignete Plattformen. Beide Marktplätze haben einen großen Bekanntheitsgrad und bedienen sehr viele Kunden, auch international. Sobald du dir eine umsatzstarke Marke auf Amazon aufgebaut hast, kannst du auch über einen eigenen Onlineshop nachdenken. 

Fokussiere dich zuerst auf die umsatzstärksten Marktplätze und versuche mit dem geringsten Aufwand den maximalen Umsatz zu erzielen. Die momentan beste Möglichkeit dazu ist Amazon.de und PAN-EU. 

Beste Grüße und viel Erfolg,
Lukas

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