EAN Codes & FNSKU Nummern – Was brauchst du für dein Unternehmen?

Gerade zu Beginn ist dieses Thema sehr verwirrend. Daher schauen wir uns genau an, was es mit den EAN Codes und FNSKU Nummern auf sich hat.

Wir decken gemeinsam alle Unklarheiten auf. Ich zeige dir die Unterschiede und gebe dir meinen persönlichen Tipp, mit welchem Code du für dein Unternehmen starten solltest.

Du bekommst eine genaue Schritt-für-Schritt-Anleitung, die dir zeigt, wie du ganz einfach deine EAN Codes generierst. Zudem erfährst du in diesem Artikel, wie du beim Kauf deiner Codes gleich am Anfang über 150€ sparen kannst!




Was ist ein EAN Code?

Ein EAN Code kennzeichnet die Produkte deines Unternehmens. EAN ist die alte Bezeichnung für die neuen GTIN Codes (Global Trade Item Number). Meistens wird aber noch der alte Name EAN verwendet – Also keine Verwirrung beim Kauf: EAN und GTIN sind das gleiche.

EAN Codes sind immer auf eine spezifische Firma beschrieben. Sie werden immer nur einmal vergeben.

So kann Amazon deine Produkte scannen, zuordnen und den Lagerbestand berechnen. Der EAN Code besteht aus 13 Ziffern, zusammen mit einem Barcode, den wir alle von verschieden Produkten aus dem Supermarkt kennen.

Für jedes Produkt, das du bei Amazon anlegst, brauchst du eine eigene EAN Nummer. Sobald du eine andere Farbe oder Form auf den Markt bringst, musst du hierfür einen neuen EAN Code verwenden.




Hierzu ein kleines Beispiel:

Angenommen du willst 1000 Fahrradhelme verkaufen und bietest einen schwarzen und einen weißen Helm an, dann brauchst du hierfür zwei verschiedene EAN Codes.

Solltest du deine Helme auch in zwei verschiedenen Größen anbieten, bräuchtest du vier EAN Codes. Zwei für die zwei Größen der schwarzen Helme und zwei weitere für die weißen Helme. Damit kann Amazon sicherstellen, dass dein Kunde sein Produkt in der gewünschten Farbe und Größe erhält.

Ein EAN Code ist zu Beginn keine Pflicht. Ich empfehle dir trotzdem, direkt damit zu starten. Gleich erkläre ich dir warum.




Was ist eine FNSKU Nummer?

Die FNSKU ist die spezielle Zuordnungs- und Identifikationsnummer von Amazon. Diese generiert Amazon, wenn du dein Produkt im Seller Central angelegt hast.

Zusätzlich generiert Amazon noch eine zweite Nummer: Die ASIN, eine einmalige Nummer für dein Produkt. Mit der FNSKU kann Amazon dein Unternehmen zu deinem Produkt, deiner ASIN und deinem Listing zuordnen.

Mit Hilfe dieser Nummer kannst du mit dem Produktverkauf starten, ohne einen EAN-Code zu benutzen. Um eine EAN-Befreiung von Amazon zu erhalten musst du direkt zu Beginn eine Markenregistrierung durchführen.

Hierfür brauchst du eine eigene Website, die dein Produkt, deine Marke und dein Unternehmen wiederspiegelt. Ebenfalls muss dein Produkt oder deine Verpackung dein individuelles Logo enthalten.

Deine Marke muss außerdem, beim deutschen Patent- und Markenamt registriert sein. Gerade wenn du dein Produkt zunächst „Lean“ antesten möchtest, ist das ein großer Nachteil.

Die Markenregistrierung dauert dann nochmal 2-3 Tage. An diesen Tagen könntest du deine Produkte mit einem EAN-Code schon verkaufen. Wenn die Markenregistrierung abgeschlossen ist, erhältst du deine FNSKU.

Die müsstest du dann selber ausdrucken oder ausdrucken lassen und auf jedes einzelne Produkt kleben. Diese Zeit könntest du deutlich sinnvoller investieren.

Es gibt noch eine andere Möglichkeit dein Produkt mit der FNSKU zu kennzeichnen. Hierfür brauchst du allerdings auch eine EAN Nummer, mit der du dann dein Produkt bei Amazon anlegst.

Wenn du eine Sendung erstellst, kannst du dort deine FNSKU herunterladen. Diese kannst du dann auch wieder selber mit großem Aufwand auf deine Produkte kleben.

Du kannst die Nummer auch an deinen Hersteller schicken und ihn beauftragen deine Produkte mit der FNSKU zu bekleben. Oder du beauftragst Amazon dein Produkt zu labeln.

Amazon verlangt dafür 15 Cent pro Produkt. Das ist sehr teuer und drückt deine Marge. Da du hierfür sowieso schon eine EAN-Nummer brauchst, hast du hier doppelte Kosten und einen viel höheren Aufwand.

Ich zeige dir hier natürlich alle möglichen Varianten, aber zu diesen beiden möchte ich dir auf keinen Fall raten. Du hast einen viel größeren Aufwand.

Solltest du dann später zu einem EAN Code wechseln, ist das nochmal mit viel zusätzlicher Arbeit verbunden. Es gibt eine viel einfachere Lösung.




Meine Empfehlung:

Am einfachsten ist es direkt einen EAN Code auf dein Produkt oder deine Verpackung, sei es eine Color Box oder ein Polybag, zu integrieren. Immer mehr Online-Plattformen fordern auf Produkten einen EAN Code.

Wenn du direkt mit dem richtigen Code startest, hast du später keinen Aufwand, falls Amazon dich dazu verpflichten sollte einen zu verwenden.

Außerdem kannst du mit dem EAN Code deine Produkte später in Einzelhandelsgeschäften und im Großhandel verkaufen um deine Vertriebskanäle weiter zu diversifizieren. Direkt einen EAN Code zu verwenden, ist also langfristig die beste und einfachste Methode.




Wie generiere ich meinen EAN Code?

1) Um einen EAN Code zu generieren musst du zunächst die EAN Nummern kaufen. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Die günstigste Variante ist „billige EAN Nummern“, zum Beispiel auf Ebay oder speedybarcodes.com, zu kaufen. Hier kannst du eine sehr geringe Anzahl von Nummern für wenig Geld erwerben. Das solltest du auf keinen Fall machen!

Diese Nummern sind nicht auf dein Unternehmen beschrieben, denn du kaufst sie von anderen, meistens ausländischen Firmen. Dieses Vorgehen ist verboten.

Sobald Amazon, das mitbekommt wird dein Account gesperrt und du kannst dein Produkt nicht mehr verkaufen. Von dieser Methode solltest du auf jeden Fall die Finger lassen!  Wir wollen doch alle ein langfristiges Unternehmen aufbauen.

Die beste Variante deine EAN-Nummern zu kaufen ist, diese direkt bei der GS1 Germany zu erwerben. Die GS1 ist ein Unternehmen, das verschiedene Prozesse durch die Standardisierung von Produktidentifikationen vernetzt. Bei der GS1 gibt es verschiedene Pakete.

Das bisher günstigste Paket kostet 230€ zzgl. MwSt. und hat eine Jahresgebühr von 150€. Im Gegenzug erhält man dafür 1000 EAN Nummern für bis zu 1000 Varianten. Gerade zu Beginn ist das sehr teuer, und meistens brauchen wir zu Beginn nicht direkt 1000 EANs.

Der größte Vorteil bei den EAN Nummern der GS1 ist, dass diese dann spezifisch für dein Unternehmen ausgestellt werden.

Mein Geheim-Tipp: Seit kurzer Zeit bietet die GS1 das „SmartStarter10“-Paket an. Mit diesem kannst bis zu 30 EAN Nummern kaufen, solange dein Jahresumsatz unter 250.000€ liegt. Die Kosten sind hier wesentlich geringer.

Für 55€ zzgl. MwSt. und einer Jahresgebühr von 55€ erhältst du 10 EAN Nummern. Solltest du noch weitere benötigen, kannst du 2 mal 10 Stück für je 12,50€ nachbestellen.

Diese Sonderaktion gilt aber nur bis zum 31.01.2019. Ob die GS1 das Angebot danach weiter anbieten wird, kann ich dir nicht sagen. Doch solange die Möglichkeit besteht, würde ich dir ganz klar empfehlen das „SmartStarter10“-Paket zu nutzen.

Sollas Angebot in Deutschland irgendwann nicht mehr aktiv sein, kannst du Kosten sparen, indem du die EANs bei der GS1 Niederlande kaufst. Hier gibt es zum einen das gleiche Angebot, das es nun auch für begrenzte Zeit in Deutschland gibt. Zusätzlich gibt es aber auch ein 100-er Paket.

Je nachdem, wie viele Nummern du benötigst, solltest du dich auf jeden Fall auch hier mal umschauen. So kannst so das teurere Angebot in Deutschland umgehen. 

Egal, ob bei der GS1 in Deutschland oder in den Niederlanden, wirst du ganz einfach durch den Bestellprozess geführt. Kurze Zeit später erhältst du deine Stamm-Nummern. Mit denen kannst du dann ganz einfach deine EAN-Nummern generieren. Das schauen wir uns jetzt im zweiten Schritt genauer an. 

2) Wenn du deine EAN-Nummern offiziell bei der GS1 gekauft hast, erhältst du einen 9 oder 10-stelligen Stamm. Das hängt davon, ob du das 100-er oder 1000-er Paket gekauft hast.

Mit dem Prüfziffernrechner der GS1 kannst du mit diesem Stamm deine Prüfziffer berechnen und erhältst sofort deine 13-stellige EAN Nummer.

Wenn du dich für das 10-er Paket entschieden hast, erhältst du direkt im Anschluss an deine Bestellung 10 verschiedene EAN Nummern. Hier musst du sie nicht einmal generieren und kannst direkt mit dem nächsten Schritt weitermachen. 

Online Barcode Generator EAN Codes

3) Nachdem du die EAN Nummer generiert hast, kannst du jetzt deinen EAN Code erstellen. Das ist ganz einfach, indem du zum Beispiel den Online Barcode Generator nutzt. Dort wählst du EAN-13 aus und gibst die 13-stellige Nummer ein. Bei Scale wählst du mit Large die höchste Qualität und erhältst sofort deinen fertigen EAN Code.

Diesen kannst du als PNG oder PDF Datei speichern und direkt deinem Hersteller oder Verpackungsdesigner übermitteln. 

Hier noch ein Tipp: Der EAN Code muss auf jeden Fall groß genug sein, damit es beim Scannen keine Probleme gibt. Wenn du den Code auf deine Verpackung drucken lässt, gibt es noch etwas zu beachten: Achte darauf, dass sich um den Code herum ein 2mm weißer Rand befindet. Die Quality Inspection sollte deinen Code vorher unbedingt scannen um zu prüfen ob er auch wirklich lesbar ist.

4) Zuletzt musst du dein Produkt mit deiner EAN-Nummer noch bei Amazon anlegen. Um den EAN Code zu verwenden ist es wichtig, dass du im Sellercentral den gemischten Warenbestand angibst.

Theoretisch könnten dann auch andere Verkäufer dein Produkt verkaufen. Doch für uns Private Label Seller ist das kein Problem, da dein individuell gestaltetes Produkt nicht mit anderen Waren zusammenkommt. Bei Problemen mit Hijackern kannst du schnell beweisen, dass du der einzige offizielle Hersteller deines Produktes bist.




Bei den ganzen Möglichkeiten war ich am Anfang ziemlich verwirrt , doch wie du siehst, ist der Ablauf sehr einfach, und du kannst innerhalb kürzester Zeit deinen EAN Code generieren. So kannst du schnell mit dem Verkauf deiner Produkte starten.

Ich empfehle dir direkt zu Beginn in die EAN-Nummern der GS1 zu investieren. Das momentane Angebot ist auch noch extrem günstig und du kannst so dein Kapital für andere Zwecke nutzen.

Insgesamt hast du geringere Arbeit und baust dein Unternehmen von Anfang an langfristig und sicher auf. 

Beste Grüße, 

Lukas