Dropshipping vs. Amazon FBA: Der ultimative Vergleich

Der folgende Artikel beleuchtet die Unterschiede sowie Vor- und Nachteile von Dropshipping und Amazon FBA. Angehenden Onlinehändlern soll dieser Vergleich als Entscheidungshilfe dienen. Was verspricht langfristig größeren Erfolg?

Allgemein
14 Minuten Lesezeit
Dropshipping Amazon

Jeder, der sich schon einmal mit dem Onlineverkauf von physischen Produkten beschäftigt hat, wird zwangsläufig auf die Begriffe Dropshipping und Amazon FBA stoßen. Beide Modelle haben so ihre Vor- und Nachteile, die in diesem Artikel beleuchtet werden sollen, um eine fundierte Entscheidung treffen zu können, welche Business für einen besser geeignet ist.

Beim Dropshipping oder auch Streckengeschäft genannt, werden Produkte über einen eigenen Onlineshop verkauft. Bestellt ein Kunde ein Produkt in diesem Onlineshop, leitet der Dropshipper diesen Auftrag an den Hersteller bzw. Dropshipping Anbieter weiter, welcher die Ware verpackt und an den Kunden verschickt. Im letzten Schritt bezahlt der Dropshipping Händler die Ware bei seinem Hersteller. Durch einen günstigen Einkaufspreis bei dem Hersteller und einem angemessenen Verkaufspreis können so unter Abzug aller Kosten Gewinne erwirtschaftet werden.

Vereinfacht gesagt, besteht die Aufgabe als Dropshipper nur noch darin, sich mit einem Hersteller in Verbindung zu setzen, wenn eine Bestellung für ein Produkt eingeht. Der Lieferant erledigt dann den Rest. Im Gegensatz zu Amazon FBA besitzt man die Waren als Dropshipping Händler nicht selbst, sondern agiert als Vermittler.

Amazon FBA, kurz für “Fulfillment By Amazon” (dt. Versand durch Amazon) ist Amazons eigenes Fulfillment Programm. Es ermöglicht Dritthändlern, ihre Ware über die Plattform des Onlineriesen zu verkaufen. Amazon übernimmt dabei neben der Lagerung, dem Prime Versand und dem Kundenservice auch das komplette Retourenmanagement.

Im Gegensatz zum Dropshipping wird die Ware zunächst günstig eingekauft und anschließend unter Abzug aller Kosten gewinnbringend unter einer eigenen Marke (Private Label) vertrieben. Dank Plattformen wie Amazon war der Handel auch noch nie einfacher, denn neben einer enormen Reichweite profitiert man als Amazon Händler von den logistischen Vorteilen und dem Vertrauen der Kunden in die Plattform. 

Nach dem Lesen dieses Artikels wirst du wissen, welche Vor- und Nachteile, die beiden E-Commerce Modelle haben, wie viel Kapital man für den Start benötigt und mit welcher Methode man langfristig größere Erfolge erzielen kann. 

Dropshipping mit Amazon – Ist das möglich?

Das Verkaufen über Amazon bietet Händlern viele Vorteile. Neben ca. 300 Millionen aktiven Usern ist Amazon für nahezu jedes Produkt Anlaufstelle Nummer eins, wenn es um den Onlineeinkauf geht. Eine der größten Herausforderungen im Dropshipping ist es, Nutzer auf den eigenen Shop zu leiten, die schlussendlich auch die Produkte kaufen. Genau diese Arbeit wird durch das Verkaufen auf Amazon abgenommen. User der Plattform, die nach einem bestimmten Produkt suchen, müssen nicht erst von einem Kauf überzeugt werden.

Laut einer Verbrauchs- und Medienanalyse bestellen 41 Prozent der Amazon Kunden mindestens einmal im Monat etwas über die Plattform. Diesen Wert mit einem eigenen Onlineshop zu generieren ist nahezu unmöglich. Amazons Kunden haben in der Regel schon positive Erfahrungen, u.a. mit den Produkten, dem Versand und der sicheren Zahlungsabwicklung bei Amazon, die das Vertrauen zu der Plattform bildet. Natürlich stellt sich hier die Frage, ob man diese Vorteile im Dropshipping für sich nutzen kann. 

Gemäß der Richtlinie zum Direktversand (Dropshipping) von Amazon ist es nicht erlaubt, „Produkte bei einem anderen Online-Händler zu kaufen und diese anschließend direkt an Kunden liefern zu lassen“. Das klassische Dropshipping mit Amazon ist also nicht möglich und widerspricht ganz klar den Richtlinien des Onlineriesen. Um die Vorteile Amazons für sich zu nutzen, muss man das Fulfillment-Programm (FBA) nutzen und eigene Produkte darüber verkaufen.

Dropshipping mit Amazon

Dropshipping vs. Amazon FBA

Trotz der unterschiedlichen Vertriebsmöglichkeiten haben beide Modelle Ihre Parallelen. Neben dem offensichtlichen, dem Handel mit physischen Produkte, ist sowohl beim Dropshipping als auch bei Amazon FBA die Produkt- und Herstellerfindung einer der wichtigsten Parts im Prozess und man sollte hier stets mit Fokus auf die Qualität und Zuverlässigkeit arbeiten.

Egal wofür man sich entscheidet, am besten bestellt man vor dem Verkauf (Dropshipping) oder der Warenbestellung (Amazon FBA) immer zunächst Produktsamples. Neben der Zuverlässigkeit im Hinblick auf Lieferzeiten sollte man diese ausgiebig auf ihre Qualität testen. Denn die Qualität der Produkte ist neben dem Marketing der wichtigste Faktor für den langfristigen Erfolg im E-Commerce. Ein schlechtes Produkt kann man zwar mit gutem Marketing verkaufen und so kurzfristig Umsatz generieren, allerdings wird sich die Qualität in den Bewertungen widerspiegeln, was sich langfristig negativ auf die Verkaufsperformance auswirkt. 

Neben diesen Parallelen gibt es natürlich einige Unterschiede die so ihre Vor- und Nachteile mit sich bringen. Im Folgenden werden die sieben wichtigsten Metriken detailliert betrachtet.  

1.) Startkapital

Der große Vorteil vom Dropshipping im Vergleich zu Amazon FBA liegt im geringen Startkapital. Da man bei seinem Lieferanten Produkte erst bezahlt, nachdem sie jemand in seinem Shop gekauft hat, muss man kein Kapital an Ware binden und diese nicht vorfinanzieren.

Für den Start im Dropshipping reichen deshalb wenige Hundert Euro aus. Neben Kosten für Samples benötigt man Geld für den Aufbau des Shops (z.B. mit Shopify) und für das Marketing. Die Marketingkosten sind dabei nicht zu unterschätzen, denn anders als bei Amazon FBA bekommt ein  Shop am Anfang keinen organischen Traffic. Hierzu aber später mehr. 

Um mit Amazon FBA zu starten, sollte ein Startkapital von ca. 3.000 € zur Verfügung stehen. Neben den Kosten für Samples und der Erstbestellung benötigt man unter anderem Kapital für den Import der Ware, Zollgebühren, eine Quality Inspection und für Werbung auf der Plattform. Je mehr Startkapital man am Anfang nutzen kann, desto mehr Möglichkeiten bieten sich bei der Produktauswahl. Hier ist vor allem die Nachfrage und der Einkaufspreis der Produkte entscheidend.

Welche Produkte mit welchem Startkapital infrage kommen, werden im Erfahrungsbericht, wie man die ersten 10.000 € Gewinn im Monat erzielt, erklärt. Hier bekommst du alles an die Hand, was du wissen musst, damit auch du solche Erfolge erzielen kannst. 

2.) Komplexität

Dropshipping vs Amazon FBA-min

Gegen die allgemeine Meinung ist Dropshipping bei Weitem nicht so simpel, wie es oftmals dargestellt wird. Für das Dropshipping baut man zunächst einen eigenen Onlineshop auf, welcher nicht nur gut aussieht, sondern auch langfristig konvertiert, also Besucher in Kunden umwandelt. Sollte man bisher noch keinen eigenen Webshop aufgebaut haben, kann dieser Prozess schon mal mehrere Tage in Anspruch nehmen. Wie bereits erwähnt, ist neben der Produktqualität das Marketing der entscheidende Faktor im E-Commerce. Man sollte sich hier ein fundiertes Grundwissen über die verschiedenen Bereiche der Verkaufspsychologie aneignen.

Um Produkte online zu verkaufen, gibt es zwei relevante KPIs (Key Performance Indicator) – Traffic und Conversion Rate. Unter Traffic versteht man die Anzahl an Usern, die auf das Produktangebot oder die Webseite kommen, also die Besucher. Die Conversion Rate gibt das Verhältnis von Käufern zu Traffic an. Besuchen beispielsweise 100 Leute einen Onlineshop (Traffic) und davon kaufen schlussendlich 10 auch ein Produkt, hat man eine Conversionrate von 10%. Bei guten Dropshipping-Shops und Onlineshops liegt die Conversionrate bei ca. 3-4%. Ziel ist es, hochwertigen Traffic auf die Seite zu lenken, dass schlussendlich so viele Besucher wie möglich auch kaufen. Hierzu sollte man also nicht nur die Zielgruppe ganz genau kennen, sondern auch wissen, wie man sie günstig zum Onlineshop leiten kann und von einem Kauf überzeugt.

Die Conversion Rate bei Amazon FBA liegt in der Regel zwischen 20% bis 30% bei Besucher auf einer Produktseite, weshalb man deutlich weniger Geld für die Kundengewinnung ausgeben muss. Der Grund, warum die Conversion Rate bei Amazon ca. 10 Mal so hoch ist wie in einem eigenen Shop, ist recht simpel. Wer beispielsweise auf Amazon nach einem Springseil sucht, muss nicht mehr davon überzeugt werden, dass er ein Springseil braucht, sondern lediglich davon, dass das Angebot für ihn das beste ist. Die Traffic-Gewinnung übernimmt also Amazon mit seiner Reichweite und der Marinepräsenz. 

Im Gegensatz hierzu steht der eigene Dropshipping Shop. Hier lenkt man Traffic meist in Form von Google, Instagram oder Facebook Ads auf den Shop. Jeder, der selber einmal Facebook genutzt hat, wird wissen, dass man die Plattform nicht unbedingt zum Shoppen nutzt. Die User sind nicht in Kauflaune und müssen folglich erst davon überzeugt werden, dass sie ein Springseil brauchen. Auch bei Google werden Suchende weniger auf Anzeigen klicken, als auf die ersten organischen Suchergebnisse, wenn sie nach einem Produkt suchen. In der Regel belegen auch hier Produkte auf Amazon die ersten Plätze der Suchergebnisse.

Amazon FBA hat natürlich auch einige Aufgaben, die auf den ersten Blick komplex wirken. Zu nennen sind hier vor allem die Bereiche Import und Zertifikate. Hat man hier aber die richtigen Anleitungen an der Hand und  diese Prozesse einmal erfolgreich durchlaufen, wird es beim nächsten Produkt schon zur Routine werden. Mit dem richtigen Wissen, worauf man achten muss, wird man auch diese Bereiche mit Leichtigkeit meistern. Hier dienen die oben verlinkten Artikel als gute Einstiegshilfe.  

3.) Faktor Zeit

Im Allgemeinen kann man mit Dropshipping schneller starten, als mit Amazon FBA. Bereist nach zwei bis vier Wochen können die ersten Umsätze generiert werden. Nach der Produkt- und Herstellersuche muss man lediglich Samples bestellen, vergleichen, sich für einen Lieferanten entscheiden und einen Shop aufbauen. Alles natürlich, nachdem man ein Gewerbe angemeldet hat.

Bis man die ersten Umsätze mit Amazon FBA generiert, benötigt es in der Regel etwa zwei bis drei Monate. Hier hat man einfach ein paar mehr Schritte wie die Produktion und der Import der Ware, welche etwas Zeit in Anspruch nehmen. In Anbetracht der Langfristigkeit von Amazon FBA ist das allerdings kein Nachteil, da man so mehr Kontrolle über die Produkte hat, die man verkauft.  

4.) Risiko 

Sobald man Produkte aus Drittländern importiert oder Ware in seinem Namen verkauft, solltet man sich auch über das rechtliche Risiko bewusst sein. Als Unternehmer haftet man ohne gewerbliche Haftpflichtversicherung laut Produkthaftungsgesetz (§ 10 I ProdHaftG) privat. Sich rechtlich abzusichern ist also extrem wichtig. Eine Betriebshaftpflichtversicherung hat dabei drei grundlegende Funktionen:

  1. Die Prüfung der Haftpflichtfrage (Ist es ein berechtigter Anspruch?)
  2. Versicherungsschutz (Kommt es zum Schaden, zahlt die Versicherung)
  3. Die Abwehr von unberechtigten Forderungen (rechtliche Vertretung)

Im Dropshipping hilft eine Betriebshaftpflichtversicherung allerdings nur bedingt weiter, denn solche Versicherungen haften nicht, wenn man fahrlässig handelt. Genau das ist der entscheidende Punkt, denn dadurch, dass man die Ware von einem Großhändler bezieht, hat man keinen Einfluss auf die Qualität und man kann keine Qualitätskontrollen durchführen lassen. Diese sind in den meisten Fällen notwendig, um den Tatbestand des fahrlässigen Handels gegenüber der Versicherung zu widerlegen.

Natürlich kann man zu Beginn die Qualität der Produkte prüfen und die rechtliche Absicherung über Institutionen wie den TÜV einholen, aber man hat eben keinen Einfluss auf die langfristige Qualität, da man keine Änderungen an den Produkten vornehmen kann. Nur weil fünfmal nichts passiert ist, heißt es nicht, dass die Qualität bei der sechsten Lieferung immer noch die gleiche ist. 

Anders ist es im Bereich Amazon FBA. Auch hier ist es extrem wichtig, dass man eine gute Betriebshaftpflichtversicherung hat. Der große Unterschied zum Dropshipping ist, dass man bei jeder Bestellung der Ware eine stichprobenartige Qualitätskontrolle durchführen kann und dies auch unbedingt tun sollte. Wer hier die besten Anlaufstellen sind und wie man vorgeht, um sich rechtlich abzusichern, erfährst du hier

Ein weiterer wichtiger Punkt, der oft vernachlässigt wird, ist das Thema Zertifikate. Erfahrungen heraus benötigen ca. 60% aller Produkte ein Zertifikat in Deutschland. Diese dienen z.B. dem Nachweis, dass gesundheitlich unbedenkliche Materialien für die Herstellung eines Produktes verwendet wurden. 

Dabei bringt es nichts, wenn beispielsweise ein Dropshipping Anbieter ein Zertifikat für das Produkt besitzt, welches man verkaufen möchte. Verkauft man ein Produkt, welches ein Zertifikat benötigt über einen Onlineshop, braucht man ein Zertifikat, welches auf die Firma des Shopbetreibers ausgeschrieben ist. Zertifikatskosten liegen je nach Anforderung zwischen 200 bis 3.000 €. 

Bei Amazon FBA hat man ein finanziell höheres Risiko, da mehr Kapital an Ware gebunden ist. Dieses Risiko kann man recht einfach minimieren, indem du in jedem Schritt des Amazon FBA Business datenbasierte Entscheidungen trifft. Von der Produktrecherche über die Herstellerfindung bis zur Kalkulation der Marge minimiert man so das Risiko erheblich. Sollte aus welchen Gründen auch immer sich ein Produkt nicht wie erwartet verkaufen, besteht fast immer die Möglichkeit, es zum Einkaufspreis abzuverkaufen und anschließend mit einem neuen Produkt anzufangen. So verliert man kein Geld und hat auf jeden Fall viel gelernt. Mit den richtigen Anleitungen in den Bereichen fällt das Risiko ungemein:

Hat man zusätzlich die Möglichkeit, sich mit erfahrenen Sellern auszutauschen, kann man sich  sicher sein, dass man langfristig Erfolge einfahren wird. 

5.) Profitabilität 

Bei jeder unternehmerischen Tätigkeit stellt sich die Frage der Profitabilität. Um hier einfach einen bestmöglichen Vergleich herzustellen, betrachten wir die Kalkulation eines Produktes sowohl fürs Dropshipping als auch für Amazon FBA. Als Produkt eignet sich ein Flossband. Als Ausgangspunkt dient der Verkaufspreis des Produktes mit dem Amazons Choice Batch (14,90€).

Amazon FBA vs. Dropshipping

Produktkalkulation Dropshipping

Der Verkaufspreis des Produktes beträgt 14,90 €. Hiervon muss die Mehrwertsteuer abgezogen werden, da wir diese an das Finanzamt weitergeben müssen:

14,90 € – 2,83 € (19%) = 12,07 €

Werden von den 12,07€ alle Kosten, die für den Verkauf anfallen, abgezogen, erhält man daraus den Gewinn vor Steuern. Die Kostenpunkte lassen sich beim Dropshipping in drei Bereiche einteilen:

  1. Wareneinkauf bei deinem Großhändler
  2. Händlergebühr für die Abwicklung des Auftrages
  3. Werbekosten für die Kundengewinnung
Amazon FBA vs Dropshipping Vergleich

Produktkalkulation Amazon FBA

Auch bei Amazon FBA muss vom Verkaufspreis (14,90 €) die gesetzliche Mehrwertsteuer abgezogen werden:

14,90 € – 2,83 € (19%) = 12,07 €

Werden von den restlichen 12,07 € alle weiteren kosten abgezogen, ergibt sich der Gewinn vor Steuern. Hier gibt es Kostenpunkte, die beim klassischen Dropshipping nicht anfallen:

  1. Import und Zollgebühren
  2. Die Qualitätskontrolle
  3. Amazon FBA Gebühren 
  4. Versandkosten an den Kunden 

Im Folgenden findest du eine genaue Gegenüberstellung aller Einnahmen und Ausgaben, die beim Dropshipping und bei Amazon FBA anfallen: 

Vergleichsrechnung


 KostenpunktDropshippingAmazon FBA
Verkaufspreis (VK)14,90€ 14,90€ 
Mehrwertsteuer 19%2,83€2,83€
Wareneinkauf (EK)AliExpress 6,55$ = 5,61€
Alibaba 3,2$ = 2,74€
Händlergebühr für Dropshipping Abwicklung1,5€
Werbekosten pro Sale CR 4% und 0,15€ Werbekosten angenommen:
25 x 0,15€ = 3,75€
CR 20 % und 0,1€ durch Amazon PPC angenommen:
5 x 0,1€ = 0,5€
Ein Kunde kauft mehr als ein Produkt in unserem Onlineshop (Upsalerate)Upsalerate 10%: durchschnittlich 0,5€ mehr pro Sale
 

Zollgebühr 103€ bei 500 Stk.
= 0,21€/ Stk.
Import450€ bei 500 Stk.
= 0,9 €/ Stk. 
Versandgebühren pro SaleZahlt der Kunde2,2€ pro Sale an Amazon
Amazon Gebühren 15 % des VKs = 2,23€
Einnahmen(VK – MwSt.)+Upsales
= 12,57€ 
VK – MwSt.
= 12,07€
AusgabenSumme = 10,86€
Summe = 8,78€
Gewinn vor SteuernEinn. – Ausg.
= 1,71€ (Marge ca. 12%)
Einn. – Ausg.
= 3,29€ (Marge ca. 22%)

Dieses Beispiel zeigt vor allem auf, dass es sowohl beim Dropshipping, also auch bei Amazon FBA auf die präzise Kalkulation ankommt. Kostenpunkte sollten so genau wie möglich bereits vor der Produkteinführung analysiert werden, um so sicherzustellen, dass die Produkte rentabel sind. Natürlich hat man beim Dropshipping etwas mehr Spielraum, was die Preisgestaltung im Verkauf angeht, da man nicht direkt auf eine Plattform mit anderen Sellern konkurriert. Dennoch muss das Angebot konkurrenzfähig sein. Oft sind Dropshipping-Produkte, die in Deutschland hergestellt wurden und im Preissegment von 30+ € liegen, profitabler. Unter Berücksichtigung der 2021 in Kraft tretenden Zollreform eignen sich hier vor allem Print-On-Demand Produkte.

Bei Amazon FBA sollte man berücksichtigen, dass man zunächst eine höhere Stückzahl bei seinem Hersteller abnimmt. Insgesamt lässt sich sagen, dass bei Amazon FBA meist höhere Margen möglich sind. Grund hierfür sind vor allem die deutlich geringeren Werbekosten, die günstigeren Einkaufspreise und die höhere Conversion Rate.

Wie man sieht, ist die Kalkulation einer der wichtigsten Schritte im ganzen E-Commerce Prozess. Um von Anfang an sicherzustellen, dass Amazon Produkte profitabel sind, kann man den kostenlosen FBA Rechner von AMZ Ventures nutzen. Der Rechner ist das beste und aktuellste Kalkulationstool auf dem Markt. Eine genaue Anleitung, wie man mit diesem Rechner arbeitet und worauf man achten sollte, wir im folgenden Artikel erklärt Amazon FBA Rechner.

6.) Skalierbarkeit 

Ein weiterer wichtiger Punkt, über den man sich schon zu Beginn Gedanken machen sollte, ist die Skalierbarkeit des eigenen Unternehmens. Auch hier gibt es wieder Unterschiede zwischen Dropshipping und Amazon FBA. 

Dropshipping ist relativ schnell skalierbar, da man keine Waren vorfinanzieren muss. So kann man bei genügend Zeitinvestment schnell 10-20 Produkte auf den Markt bringen und diese in seinem Shop verkaufen. Dabei sollte das ausschließliche Ziel jedoch nicht die reine Umsatzsteigerung sein. Wie bereits in den vorherigen Abschnitten beschrieben ist die Kundenzufriedenheit und die vorausgesetzte Produktqualität, dass A und O.

Hat man bereits einen zuverlässigen Dropshipping Anbieter gefunden und erste Erfahrungen mit der Qualität der Produkte und der Versandabwicklung gemacht, kann man schauen, welche weiteren Produkte dieser anbietet. Dieser Schritt erspart die aufwendige Herstellersuche. Zudem ist der Kundensupport zu berücksichtigen, da man selber dafür verantwortlich ist. Gerade im Dropshipping kann es zu einigen Rückfragen kommen, da man meist mit langen Lieferzeiten und Bestellungen aus dem Ausland arbeitet. 

Auch Amazon FBA ist sehr gut skalierbar. Hier ist es allerdings weniger eine Frage des Zeitinvestments, sondern eine Frage des Kapitals. Wie bereits mehrfach erwähnt, benötigt man etwas mehr Kapital für Amazon FBA, da Waren vorfinanziert werden. Somit ist das Kapital an Ware gebunden und erschwert so das Sourcen neuer Produkte. Aufgrund der höheren Margen und der Langfristigkeit von Amazon FBA ist das jedoch nicht unbedingt ein Nachteil.

Wer erfahren möchte, wie man ein FBA Business innerhalb von sechs Monaten auf einen monatlichen Gewinn von 10.000 € skaliert, kann hier vorbeischauen. Aber auch für den höheren Kapitalaufwand zur schnelleren Skalierbarkeit gibt es Lösungen. So kann man beispielsweise mit Warenfinanzierern zusammenarbeiten, Geld von Freunden und Familie leihen oder gerade zu Beginn das Einkommen durch einen Nebenjob aufbessern. 

7.) Versand

Einer der entscheidenden Faktoren für den Erfolg im E-Commerce ist die Kundenzufriedenheit. Diese Zufriedenheit setzt sich vor allem aus drei Bereichen zusammen:

  • Produktqualität
  • Lieferung
  • Support 

Die Versandabwicklung hat folglich einen großen Einfluss auf den Erfolg. Hier gibt es gerade im Dropshipping klare Nachteile gegenüber Amazon FBA. Beim klassischen AliExpress-Dropshipping sind Lieferzeiten von 14 bis 60 Tagen keine Ausnahme, sondern die Regel. Viele Kunden, die man bereits erfolgreich auf seinen Shop geleitet hat, springen beim Wahrnehmen der Versandzeiten wieder ab. Bei denjenigen die bestellen, hat man oft mit Rückfragen bezüglich des Lieferstatus zu kämpfen. Zudem kann es vorkommen, dass Lieferungen im Zoll hängen bleiben, was die Versandzeit weiter nach oben schraubt. Um diesen Problemen vorzubeugen, sollte man auf Dropshipping Anbieter in Deutschland setzen. Hier kannst du die Lieferzeiten auf 2 bis 7 Tage reduzieren. 

Anders ist es bei Amazon FBA, da man hier direkt von der Infrastruktur des Onlineriesen profitieren kann. Eines DER Erfolgsgeheimnisse hinter Amazon ist ihr Prime-Versand. Lieferzeiten von 1 bis 2 Tagen ermöglichen es Kunden, ihre ersehnte Ware schnell in den Händen zu halten. Für Amazon Prime Mitglieder ist dieser Versand sogar kostenlos, während beim Dropshipping meist der Kunde die teuren Versandpreise aus dem Ausland übernehmen muss. 

8.) Kontrolle über die Produkte

Dropshipping ermöglicht zwar einen schnellen Start in den E-Commerce, ist aber in Anbetracht der Langfristigkeit nicht zu empfehlen. Die Kaufentscheidung im E-Commerce entsteht durch gutes Marketing, erstklassige Bilder und einem Nutzenversprechen an den Kunden. Langfristig gesehen ist die Produktqualität und das Alleinstellungsmerkmal (USP) der Produkte der ausschlaggebende Faktor. Man kann zwar ein qualitativ schlechtes Produkt mit gutem Marketing verkaufen, dieser Ansatz wird allerdings keinen langfristigen Erfolg haben, wenn sich die schlechte Qualität in den Bewertungen widerspiegelt.

Genau hier liegt das Problem im Dropshipping. Gerade im klassischen Modell kann man keine eigenen Produkte oder Produktverbesserungen entwickeln, da man nur Ware von Großhändlern verkauft. Dropshipping Händler haben keinen Einfluss auf die Produktqualität und theoretisch kann jeder das gleiche Produkt verkaufen, wenn man den gleichen Hersteller findet. Häufig werden Trendprodukte verkauft, die nach ca. drei bis fünf Monaten wieder aus der Mode kommen. Die Zeit, die man in die Produkt- und Herstellerfindung investiert hat, muss man folglich in diesen Abständen erneut investieren. 

Anders ist es im Bereich Amazon FBA. Zwar investiert man zum Start etwas mehr Kapital, da beispielsweise 500 Produkte vorfinanziert werden, man hat dafür allerdings den entscheidenden Vorteil, diese Produkte frei zu gestalten. Die Produkte können also nach eigenen Wünschen und Marktanalysen so verbessert werden, dass man das beste Angebot im Markt kreiert. Zudem hat man bei Amazon FBA die Möglichkeit, bei jeder neuen Order eine Qualitätskontrolle durchführen zu lassen. So kann man sich langfristig von seiner Konkurrenz absetzen.

Auch der Markenaufbau, welcher ein entscheidender Faktor für die Langfristigkeit eines Unternehmens ist, ist deutlich einfacher, da man die Produkte mit einem eigenen Logo labeln kann. Bei Amazon FBA profitiert man zusätzlich von einem erstklassigen Versand, welcher sich auch in der Kundenzufriedenheit widerspiegelt. 

Fazit – Dropshipping vs. Amazon FBA

Welches nun das passende Modell für dich ist, lässt sich so pauschal natürlich nicht sagen. Zunächst sollte man für sich klären, was die langfristigen Ziele und Visionen sind. Möchte man nur etwas nebenbei verdienen oder wirklich ein Unternehmen aufbauen, welches langfristig ein Einkommen generiert. Man sollte sich über seine Ziele bereits vor dem Start im Klaren sein, denn erst mit dem einen anzufangen, um später auf das andere zu wechseln, macht wenig Sinn. 

Dropshipping kann mit sehr wenig Kapital gestartet werden, allerdings benötigt man hier ein breites Wissen, wenn es um die Themen Vermarktung, Onlineshop, Conversion Optimierung und Kundenservice geht. Hier sollte man sich genau die Vor- und Nachteile ansehen und abwägen, ob dieses Modell das  geeignete ist. Entscheidend für den Erfolg ist es, sich einem Thema zu committen. 

Fulfillment by Amazon bietet hingegen klare Vorteile wie den bereits breit aufgestellten Kundenstamm, schnelle Lieferzeiten, Retourenmanagement und Kundenservice. Möchte man sich als erfolgreicher Seller positionieren, gilt es sich gegen andere Verkäufer durchsetzen, was mit der richtigen Schritt-Für-Schritt-Anleitung aber kein Problem darstellt. Um hier die Entscheidung zu erleichtern, sind in folgender Tabelle alle wichtigen Vor- und Nachteile der beiden Vertriebsmöglichkeiten Dropshipping vs. Amazon FBA gegenübergestellt: 

AspektAmazon FBADropshipping
Startkapitalab 3.000 €ca. 200 €
Marge ∅ = 20-30% ∅ = 15-25% 
Kundenserviceüberwiegend von Amazon Der Händler ist für den Kundenservice verantwortlich
Conversionrateca. 20%ca. 1-4%
LieferzeitPrime-Versand 1-2 TageAus dem Ausland 14-60 Tage, Aus EU oder Deutschland 2-7 Tage
UnternehmensausrichtungLangfristigKurz- bis mittelfristig
Einfluss auf die ProduktqualitätJaNein
Investition in NeukundenGeringHoch
RetourenmanagementÜbernimmt Amazon komplettErschwerter Umgang, da die Verantwortung beim Händler liegt
InternationalisierbarkeitJaJa
KundenstammAmazon Kunden (Alleine in Deutschland knapp 34,4 Millionen Prime Kunden)Aufbau eines eigenen Kundenstammes notwendig
Reichweite & VertrauenMan profitiert von AmazonMuss selbst aufgebaut werden
Rabatte beim WareneinkaufJaselten
Skalierbarkeitgutgut
Rechtliches RisikoMit Betriebshaftpflicht-versicherung geringhoch

Möchtest auch du dir eines erfolgreiches Amazon FBA Unternehmen aufbauen, solltest du nun in die Umsetzung kommen. Entscheide dich für einen Weg und lenke den vollen Fokus auf diesen. Stecke deine ganze Energie in eine Richtung und du wirst erkennen, was für außergewöhnliche Fortschritte du machen wirst! Mit all den Anleitungen wirst auch du dir ein erfolgreiches Fulfillment by Amazon Business aufbauen können.


FAQ – Häufig gestellte Fragen


• Was sind die Vorteile von Dropshipping?

Der große Vorteil von Dropshipping ist, dass man in der Regel keine Waren vorfinanzieren muss und als Händler nur Produkte einkauft, wenn diese vorher über den eigenen Online Shop bestellt wurden. Somit ist der Einstieg in das Business mit geringen Hürden verbunden. Wie langfristig Dropshipping ist und welche Vor- und Nachteile es noch gibt, wird in diesem Beitrag behandelt!

• Was sind die Vorteile von Amazon FBA?

Als Amazon FBA Seller profitiert man von der riesigen Reichweite und dem Vertrauen der vorhandenen Kunden Amazons. Zudem können einige logistische Aufgaben über das FBA Programm an Amazon abgegeben werden. Weitere Vor- und Nachteile im Vergleich zu Dropshipping, werden in diesem Artikel beleuchtet.

• Ist Dropshipping auf Amazon möglich?

Gemäß der Richtlinie zum Direktversand (Dropshipping) von Amazon ist es nicht erlaubt, „Produkte bei einem anderen Online-Händler zu kaufen und diese anschließend direkt an Kunden liefern zu lassen“. Das klassische Dropshipping mit Amazon ist also nicht möglich und widerspricht ganz klar den Richtlinien Amazons.

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