Amazon Händler werden und erfolgreich verkaufen – So baust du dein FBA Business auf!

Du möchtest vom Wachstum des bekanntesten Onlineshops profitieren und selbst als Händler auf Amazon verkaufen? Dann bist du hier genau richtig!

Mit einem Jahresumsatz von knapp 280 Milliarden US-Dollar ist Amazon aktuell das wertvollste Unternehmen der Welt. Von Küchenprodukten über Tierfutter bis hin zu Lebensmitteln ist die Produktauswahl nahezu unendlich groß und die frühe Vision des Gründers Jeff Bezos eines “Everything Stores” hat längst in der Realität Einzug gefunden.

Aber wie ist es dem Onlineriesen möglich, eine solch große Produktauswahl anzubieten? Das Geheimnis dahinter ist der Amazon Marketplace. Nahezu jeder kennt und nutzt Amazon. Was viele allerdings nicht wissen, ist, dass die riesige Produktauswahl nicht von Amazon selber kommt. Das Unternehmen ist längst den Kinderschuhen eines reinen Onlineshops entwachsen und bietet seine Plattform Onlinehändlern zum Vertrieb ihrer Produkte an. So ist es Drittanbietern möglich, ihre Ware auf der Plattform zu verkaufen und sie entweder in Eigenregie an den Kunde zu versenden oder den Versand und die Abwicklung Amazon übernehmen zu lassen. 

Zweiteres ist unter dem FBA Programm, kurz für “Fulfillment By Amazon” (dt. Versand durch Amazon) bekannt und bietet den Händlern neben der enormen Reichweite Amazons auch logistische Vorteile.

Im Grunde genommen ist Amazon FBA eines der ältesten und simpelsten Geschäftsmodell der Geschichte – der Handel. Waren werden günstig beschaffen und anschließend unter Abzug aller Kosten gewinnbringend unter einer eigenen Marke (Privat Label) an den Endverbraucher vertrieben. Dank Plattformen wie Amazon war der Handel auch noch nie einfacher.

In diesem Artikel erfährst du, wie du selbst auf Amazon verkaufen kannst, welche Voraussetzungen nötig sind und wie du dir als Amazon Händler schrittweise ein erfolgreiches FBA Business aufbauen kannst. 


Anleitung – Schritt-für-Schritt Amazon Händler werden

1. Auf Amazon verkaufen: Nutze das FBA Programm

Der Hauptvorteil seine Produkte über Amazon zu verkaufen liegt ganz klar in der hohen Anzahl an Kunden, die bereits ihr Vertrauen Amazon schenken. In dem Moment, indem du deine Produkte über Amazon der Welt anbietest, werden Amazons Kunden auch zu deinen potenziellen Kunden, was ein immenser Vorteil ist.  Laut einer Verbrauchs und Medienanalyse bestellen 41 Prozent der Amazon Kunden mindestens einmal im Monat etwas über die Plattform. Diesen Wert mit einem eigenen Onlineshop zu generieren ist in Anbetracht des Kapitalaufwandes nahezu unmöglich. 

Aber wie genau läuft der Versand durch Amazon ab?

Das ganze funktioniert recht simpel: Du sendest deine Ware an die hochmodernen Logistikzentren Amazons, die sich in der Nähe deiner Kunden befinden. Anschließend wird deine Ware von Amazons Mitarbeitern eingelagert und verwalten. Nachdem du dein Produkt auf der Plattform angelegt und veröffentlicht hast, steht es Amazons Usern zum Kauf zur Verfügung.

Wenn du den Versand durch Amazon nutzt (FBA) sind deine Produkte für den Prime Versand qualifiziert. So erhalten deine Kunden ihre ersehnte Ware schnell und kostenfrei. Sobald ein Käufer ein Produkt erwirbt, übernimmt Amazon das Verpacken, den Versand, bietet den Kunden Support und kümmert sich um Retouren. So kannst du dich voll und ganz auf das Wachstum deines Amazon FBA Business konzentrieren.

Amazon Händler werden

Dieser Service ist natürlich mit Kosten verbunden. Folgende Ausgaben fallen für dich als Amazon FBA Händler an:

  • Professionelles Verkäuferkonto: Bei diesem Kontomodell ist eine monatliche Gebühr in Höhe von 39 Euro zzgl. MwSt. zu zahlen. 

  • Versand durch Amazon: Die Versandkosten richten sich nach der Größe, dem Gewicht und der Beschaffenheit deines FBA Produktes. 

  • Lagergebühren: Die Gebühren richtigen sich nach Saison, Größe und Produktkategorie. Hier fallen zw. 15 und 36€ pro Kubikmeter an. 

  • Verkaufsgebühr: Pro verkauften Artikel erhebt Amazon eine Verkaufsprovision die je nach Kategorie zwischen 7 und 20 Prozent liegt. 

Die genauen Kosten für den Versand und die Lagergebühren kannst du ganz einfach in dem Artikel “Amazon FBA Gebühren” nachlesen. 

Mit der richtigen Herangehensweise und einer datenbasierten Kalkulation kannst du somit Geld über die Plattform Amazon verdienen.

Mögliche Nachteile für Amazon FBA Händler:

  • Eine gewisse Abhängigkeit von Amazon selbst
  • Geringere Margen als mit eigenem Onlineshop 

Sicherlich sind wir als Amazon Händler an die Plattform und dessen Regeln gebunden. Dies ist aber unter einer langfristigen Betrachtungsweise kein Nachteil, da Amazons Regeln darauf beruhen, ihrer Firmenphilosophie “Customer Obsession treu zu bleiben und einen Qualitätsstandard für seine Kunden zu liefern. Da diese beiden Punkt fundamental für den Erfolg eines jeden Business sind, gehen wir Hand in Hand mit Amazons Richtlinien. Sie fördern unseren langfristigen Erfolg eher, als das sie uns im Weg stehen.

Es ist selbsterklärend, dass die Margen eines eigenen Onlineshops deutlich höher ausfallen kann, da du keine Zahlungen an Amazon leisten musst. Allerdings ist dies auch nur die halbe Wahrheit, da Amazons Reichweite ein echter Boost sein kann. Ein kleines Beispiel:

  • Fall A: In deinem eigenen Onlineshop verkaufst du 50 Produkte in Monat, mit einem Gewinn von 10 Euro pro Artikel.

    50 * 10€ = 500€ Gewinn
  • Fall B: Durch den Verkauf auf Amazon erreichst du deutlich mehr Kunden und du verkaufst beispielsweise 150 Produkte pro Monat. Dein Gewinn pro verkauftem Produkt liegt, aufgrund der Amazon Gebühren, nur noch bei 6 Euro pro Produkt. Jetzt ist es eine ganz einfache Rechnung:

    150 * 6€ = 900€ Gewinn

Für welchen Fall würdest du dich aus unternehmerischer Sicht entscheiden? Um mit deinem Amazon FBA Business Geld zu verdienen, ist es also extrem wichtig eine genaue Kalkulation durchzuführen, um die Rentabilität deiner Produkte sicherzustellen.

Nutze hierfür am besten den kostenlosen FBA Rechner von AMZ Ventures. Dieser berücksichtigt neben dem Einkaufspreis, dem Import und steuerlichen Ausgaben auch sämtliche Amazon Gebühren und ist das beste Kalkulationstool auf dem Markt. Anhand dieser Daten kannst du blitzschnell eine Entscheidung treffen, ob es Sinn ergibt ein Produkt zu sourcen und wie viel Gewinn du erzielen kannst. Eine genaue Anleitung, wie du mithilfe dieses FBA Rechners deine Marge kalkulierst, findest du im Artikel zum FBA Rechner


2. Voraussetzungen, um auf Amazon verkaufen zu können

Checkliste für Amazon Händler

Damit auch du mit deinem FBA Business durchstarten und zeitnah Erfolge einfahren kannst, bedarf es einiger Voraussetzungen, um den Service von Amazon nutzen zu können. Ein Amazon FBA Business ist eine gewerbliche Tätigkeit und du hast folglich auch die gleichen gewerblichen Pflichten zu erfüllen. Neben Sorgfalt und Disziplin gehört auch eine gewisse Begeisterungsfähigkeit und Liebe für das Unternehmertum dazu.

Für die nächsten Punkte gehen wir davon aus, dass du einen Wohnsitz und eine Steuerpflicht in Deutschland hast. Ebenfalls wird vorausgesetzt, dass du zunächst auf Amazon.de verkaufen möchtest.

Die folgenden Punkte sollen dir einen guten Überblick aller Schritte geben, um Amazon Händler zu werden. Eine ausführliche Erklärung zu den jeweiligen Schritte erhältst du in der “Amazon FBA Schritt-für-Schritt-Anleitung”. 


Gewerbeschein

Da das Verkaufen auf Amazon eine gewerbliche Tätigkeit darstellt, benötigst du einen Gewerbeschein. Diesen erhältst du, je nach Bundesland, für 15 bis 60 Euro bei dem für dich zuständigen Gewerbeamt. Meist kannst du diese Anmeldung vor Ort ausfüllen und du hast damit direkt dein Unternehmen offiziell gegründet. Zusätzlich benötigst du eine Umsatzsteueridentifikationsnummer, die du vom zuständigen Finanzamt erhältst. 


Rechtsform

Die am häufigsten für Einsteiger gewählte Rechtsform ist das Einzelunternehmen (du startest alleine) und die GbR (du startest mit einem Freund). Neben diesen beiden Rechtsformen besteht die Möglichkeit der Gründung einer UG bzw. einer GmbH. Hier gibt es nicht das Nonplusultra, denn alle Unternehmensformen haben so ihre Vor- und Nachteile. Du solltest dich mit diesen vier Rechtsformen einmal auseinandersetzen und die jeweiligen Kostenpunkte und Bedingungen gegeneinander vergleichen.  

Das Einzelunternehmen bzw. die GbR ist zum Start meist die sinnvollste und einfachste Lösung. 


Steuern und Buchhaltung

Wie bereits erwähnt, hast du durch den gewerblichen Verkauf auf Amazon auch gewerbliche Verpflichtungen. Hierzu zählt auch das Thema Steuern und Buchhaltung. Oft hat dieses Thema für Neugründer eine abschreckende Wirkung. Aber keine Angst, es ist halb so schlimm, wenn man weiß, an welche Pflichten man sich halten muss. Nach deiner Unternehmensgründung wirst du vom Finanzamt einen Bescheid zur steuerlichen Erfassung erhalten, den du ausfüllen musst. Das Thema Steuern solltest du von Anfang an einen Steuerberater mit eCommerce Erfahrung abgeben.

In administrative Aufgaben wie die der Buchhaltung wirst du “Hineinwachsen”, und sie werden dir helfen, ein Gefühl für die Zahlen in deinem Unternehmen zu bekommen. Alles Rund um das Thema Steuern erfährst du im Artikel “Amazon FBA Steuern im Überblick”.  


Geschäftskonto

Zwar ist ein Geschäftskonto bei einigen Rechtsformen keine Pflicht, jedoch solltest du dennoch ein Unternehmenskonto eröffnen, um Privates vom Geschäftlichen zu trennen. Du behältst so nicht nur einen Überblick über deine Ein- und Ausgaben, sondern erleichterst auch deinem Steuerberater die Arbeit. Ein Geschäftskonto kannst du so gut wie bei jeder Bank eröffnen. Die monatlichen Kosten für ein Geschäftskonto belaufen sich in der Regel auf 12 bis 15 Euro.


Beantragungen

Neben den bisher aufgeführten Schritten gibt es zwei weitere Punkte, die du direkt nach der Unternehmensgründung anstoßen und beantragen solltest:

  • EORI-Nummer (Economic Operators´ Registration and Identification):  Diese Nummer dient der Identifizierung von Wirtschaftsbeteiligten und soll die Zollabfertigung erleichtern. Sobald du Ware außerhalb der EU beziehst, wirst du diese Nummer für den Import deiner Ware angeben müssen.
  • EAN-Nummern (European Article NumberI): Der EAN-Code ist eine internationale Identifikationsnummer deines Produktes. Dieser ist auf deiner Produktverpackung in Form eines Barcodes anzubringen. Du benötigst diese Nummer, um dein Produkt bei Amazon anzulegen und verkaufen zu können. Wie genau du die EAN-Nummer beantragst und einen Barcode erstellst erfährst du hier.

Neben rechtlichen Grundlagen bedarf es noch einer weiteren wichtigen Voraussetzung: Startkapital. Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass sich dir mit mehr Startkapital auch mehr Möglichkeiten bieten. Du kannst größere und schwerere Produkte sourcen und dir steht mehr Geld für hochwertige Produktbilder, Marketing und Warenbestellungen zur Verfügung.

Mit einem Startkapital von 3.000 Euro kannst du auf jeden Fall gut starten und von Anfang an in Qualität investieren. Einen Erfahrungsbericht, was mit 3.000€ Kapital möglich ist, erfährst du im Artikel Amazon FBA Erfahrungen.


3. Registrierung als Händler auf Amazon

Zuletzt gilt es sich natürlich noch im Amazon Seller Central als Händler zu registrieren. Das Seller Central ist dein Cockpit, in welchem du alle wichtigen Aufgaben rund um den Amazon FBA Verkauf steuerst. Registrieren kannst du dich ganz einfach über folgenden Link: Amazon Anmeldung Link.

  • Impressum: Als Händler bist du verpflichtet ein Impressum einzubinden.

  • Datenschutzerklärung: Neben dem Impressum bedarf es auch einer Datenschutzverordnung für Amazon Händler nach der DSGVO. 

  • Allgemeine Geschäftsbedingungen: Die AGBs sind zwar keine Pflicht, sollten jedoch trotzdem bei Amazon hinterlegt werden. Dies hat genau zwei Gründe:
    • Ohne die AGBs gewährleistet du eine Widerrufsfrist von 12 Monaten.
    • Mit AGBs steigerst du das Vertrauen in dein Unternehmen.

Sowohl das Impressum, die Datenschutzerklärung als auch die AGBs kannst du ganz einfach und kostenlos über Trusted Shops speziell für Amazon erstellen lassen. 


Nächsten Schritte zum eigenen Amazon FBA Business

AMazon FBA Business Anleitung

Wenn du diese sechs Schritte erfolgreich umgesetzt hast, geht es an die Entwicklung deines ersten Produktes. Dieser Prozess setzt sich aus mehreren Bereichen zusammen, die du nacheinander abarbeiten solltest. Um dir zu jedem der notwendigen Steps detailliertes Wissen zur Verfügung zu stellen stehen dir hier jeweils ausführliche Blogartikel zur Verfügung

So bekommst du neben dem besten Wissen auch praxisnahe Tipps mit an die Hand, damit auch du dir ein erfolgreiches FBA Business aufbauen kannst

  1. Produktrecherche: Ein passendes Produkt für den Verkauf auf Amazon zu finden ist der Ausgangspunkte deines eigenen Amazon FBA Business. 

  2. USP Entwicklung: Im zweiten Schritt geht es darum ein USP, also Alleinstellungsmerkmal, für dein Produkt zu erarbeiten und umzusetzen. 

  3. Sourcing: Nachdem du dein Produkt gefunden hast, geht es an die Suche nach einem passenden und um die Kommunikation mit diesem. 

  4. Zertifikate: Um in Deutschland verkaufen zu dürfen, benötigt dein Produkt je nach Material oder Verwendung entsprechende Prüfzertifikate.

  5. Verpackung und Design: Bei Verpackungen geht es nicht nur um Design. Rechtliches wie Entsorgung und Kennzeichnungen sind ebenfalls wichtig.

  6. Produktkalkulation: Einer der wichtigsten Schritte ist die Kalkulation deines Produktes. Nur so weißt du, ob dein Produkt auch profitabel ist.
     
  7. Import: Wie importiert du deine Ware? In Punkt 7. dreht sich alles um das Thema Qualitätskontrolle, Zoll und Einfuhr der Waren nach Deutschland.

  8. Produktbilder: Was macht gute Produktbilder aus? Lerne, wieso Produktbilder so wichtig sind und welche Richtlinien du einhalten solltest.

  9. Listing erstellen: Erfahre alles darüber, wie du dein Produkt hervorragend auf Amazon präsentierst und für max. Conversion optimierst. 

  10. Launch: Worauf du beim Verkaufsstart achten solltest und wie du den Amazons Algorithmus für dich nutzen kannst, erfährst du hier. 

Fazit

Wenn du mit deinem Amazon Business durchstarten möchtest, solltest du jetzt in die Umsetzung kommen. Der Verkauf von Produkten über Amazon bietet dir viele Vorteile: Vor allem profitierst du von der enormen Reichweite und dem bestehendem Vertrauen in Amazon. Zudem ermöglicht das FBA Programm Händler den unkomplizierten Einstieg in den E-Commerce, auch mit geringen finanziellen Mitteln. 

Mit dem richtigen Wissen, den aktuellsten Strategien und deiner Bereitschaft, dir ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen, steht deinem Erfolg nichts mehr im Weg. Lege mit der Schritt-für-Schritt-Anleitung los und baue dein eigenes Amazon FBA Business auf!




FAQ – Häufig gestellte Fragen

• Welche Vorteile gibt es für Händler auf Amazon?

Verkäufer profitieren von der Bekanntheit Amazons und dem bestehenden Kundenstamm. Darüber hinaus genießt Amazon ein großes Vertrauen bei den Kunden, was auch auf die Händler übergeht. Händler, die das FBA Programm nutzen, profitieren zudem von Amazons Logistiknetzwerk.

• Was sind die Voraussetzungen, um auf Amazon verkaufen zu können?

Um als Händler zu starten, sollte man zuvor ein Gewerbe anmelden, ein Geschäftskonto eröffnen und eine Steuernummer beantragen. Anschließend benötigt man du noch eine EORI- Nummer für den Import der Waren. Mehr dazu in diesem Artikel!

• Welche Schritte sind für ein eigenes Amazon FBA Business notwendig?

Zu den wichtigsten Schritten gehören u.a. die Suche nach einem geeigneten Produkt sowie Hersteller, die Produktkalkulation, die Auswahl der Verpackung, der Import der Waren sowie der Launch des Produkts mit einem optimierten Listing. Mehr dazu in diesem Artikel!