Amazon FBA Produktkalkulation: Kenne deine Zahlen und erreiche deine Ziele!

Bevor du anfängst, deine Produkte zu sourcen und auf Amazon zu verkaufen, musst du eine Sache unbedingt durchführen: Die Amazon FBA Produktkalkulation.

Dieses Thema hört sich zu Beginn erstmal sehr verwirrend und kompliziert an. Doch das Ganze ist eigentlich sehr einfach!

Um es dir bestmöglich zu erklären schauen wir uns Folgendes an: Du lernst, warum es überhaupt so wichtig ist eine Kalkulation durchzuführen. Du wirst, sehen welche Kosten auf dich zu kommen und welche Informationen du benötigst, um dein Gewinnpotenzial möglichst genau einzuschätzen.

Wir analysieren die wichtigsten Kennzahlen und beantworten die Frage, ob du die Einkaufspreise überhaupt verhandeln solltest. Zum Schluss zeige ich dir auch noch, welches Amazon FBA Produktkalkulations-Tool ich für all meine Produkte nutze – Lass uns loslegen!


Warum ist die Produktkalkulation so wichtig?

Durch die Kalkulation wird überhaupt erst klar, ob es sich lohnt in eine Nische einzusteigen oder nicht. Nur so kannst du messen, ob du deine Umsatz- und Gewinnziele überhaupt erreichen kannst.

Return on Investment und Marge sind Kennzahlen die du unbedingt kennen musst. Was es genau damit auf sich hat und was hier wichtig ist, schauen wir uns gleich noch genau an!

Aber auch langfristig ist es wichtig eine genaue Produktkalkulation anzufertigen, um sein Werbebudget auf Amazon, seinen Cashflow und den Spielraum für weitere Investitionen genau zu kennen!

Wie du siehst, ist die Amazon FBA Produktkalkulation die Grundlage für deinen gesamten Erfolg auf Amazon. Deswegen gebe ich dir als nächstes einen Ausblick, welche Kosten zunächst auf dich zu kommen und welche Informationen du auf jeden Fall benötigst…


Welche Kosten kommen auf dich zu?

Erstmal ist es wichtig zwischen einmaligen Kosten und Kosten, die in direktem Zusammenhang mit deinem Produkt stehen, zu unterscheiden.

Einmalige Kosten sind zum Beispiel der Kauf der EAN Codes, deine Markenanmeldung oder Produktfotos. Wie du bei den EAN Codes am besten sparen kannst, haben wir uns in diesem Artikel angesehen!

Hier konzentrieren wir uns aber auf die Kosten, die sich direkt auf deine Produktkalkulation auswirken. Das sind die wichtigsten Aspekte:


1. Produktpreis

Die Grundlage für die Berechnung ist natürlich der Produktpreis, den dein Hersteller dir nennt. Wie du bei der Hersteller Recherche vorgehen solltest, um das beste Produkt zum besten Preis zu finden, zeige ich dir hier!

Hole dir auf jeden Fall verschiedene Angebote ein, und vergleiche die Preise und Qualität der unterschiedlichen Supplier!

Solltest du die Produktpreise mit deinem Hersteller überhaupt verhandeln? Dazu werde ich dir gleich noch meine persönliche Meinung sagen.

Experten-Tipp: Um eine ganz grobe Einschätzung der Produktkosten zu bekommen, bevor du überhaupt mit Herstellern Kontakt aufgenommen hast, gibt es eine kleine Faustformel: VK:5=EK

Hierzu ein kleines Beispiel: Angenommen, du findest eine Nische, in der der Bestseller für 35€ verkauft. Wenn du diesen Preis durch fünf teilst, kommst du auf einen Einkaufspreis von 7€. Das ist natürlich sehr grob und kann von den reellen Preisen abweichen.

So hast du aber die Möglichkeit von vorne rein zu erkennen, ob dein Startkapital für dein Vorhaben ausreicht. Das hängt natürlich auch davon ab, wie kompetitiv die Nische ist und wie viele Einheiten du bei deiner ersten Order bestellen müsstest.


2. Logistik-Kosten

Wenn der Produktpreis steht, gilt es dann herauszufinden wie viel dich der Import nach Deutschland kosten wird.

Das hängt ganz davon ab, welchen Transportweg du wählst. Der günstigste ist der Import per Schiff. Dieser ist aber auch der langsamste. Alternativ kannst du deine Ware auch mit dem Zug oder Flugzeug importieren. Das Flugzeug ist definitiv die schnellste Variante, aber auch die teuerste.

Experten-Tipp: Sollte es dazu kommen, dass du drohst Out of Stock zu laufen, kann es Sinn machen die Lieferung deiner Nachbestellung zu splitten. Du könntest zum Beispiel 30% deiner Ware einfliegen lassen und den Rest per Schiff kommen lassen.

So vermeidest du ein leeres Warenlager und kannst weiterhin Tag für Tag Kunden mit deinem Produkt begeistern. Diese Methode haben wir schon öfters genutzt und klappt richtig gut.

Hole dir unbedingt Angebote von mehreren Logistikern ein. Im Importprozess liegt der wohl größte Sparfaktor! Wir konnten unsere Marge schon oft um einiges erhöhen, indem wir beim hier mehrere Hundert Euro gespart haben. Im nächsten Amazon FBA Artikel, gehen wir Schritt für Schritt darauf ein!


3. FBA-Gebühren

Amazon bietet mit FBA einen unglaublichen Service und erlaubt uns mit ihrem Vertriebskanal sehr leicht Millionen kaufbereiter Kunden ganz einfach zu erreichen.

Doch dieser Service kostet natürlich etwas. Die FBA Gebühr ist abhängig von der Produktart, den Maßen und dem Gewicht deines Produktes.

Experten-Tipp: Manchmal kannst du hier ganz leicht sparen, indem du eine kleinere Verpackung wählst. Natürlich klappt das nicht bei jedem Produkt, solltest du aber trotzdem im Hinterkopf behalten.

Auf der Amazon Services Seite kannst du deine FBA Gebühren ausrechnen. Wenn du deine Maße dort eingegeben hast, werden dir nach Eingabe der Werte die Versandgebühren angezeigt.


4. Zoll-Gebühren

Angenommen, du importierst deine Ware aus China, so muss diese nach der Entladung verzollt werden. Das übernimmt der deutsche Zoll. Die Zoll-Gebühren sind abhängig von den verschiedenen Materialien und der Beschaffenheit deines Produktes.

Je nachdem, was für ein Produkt es ist, worin die Hauptfunktion liegt und welches Material überwiegt, wird deinem Produkt eine spezifische Zolltarifnummer oder auch TARIC-Code zugeordnet.

Auf www.zolltarifnummern.de kannst du dich vorab schon mal informieren, welche Zolltarifnummern für dich in Frage kommen.

Der Beste und einfachste Weg ist jedoch der hier: Schreibe eine E-Mail an das Hauptzollamt (info.gewerblich@zoll.de) und an weitere Zollämter in verschiedenen Städten, in der du genau beschreibst, was du für ein Produkt importieren möchtest. Wenn du noch ein Bild einfügst, erleichterst du den Mitarbeitern beim Zoll die Arbeit.

Daraufhin wirst du von den verschiedenen Zollämtern Antworten erhalten, die sich manchmal auch unterscheiden. Wenn Sie dir verschiedene Nummern nennen, wählst du diejenige, bei der du den geringsten Zollsatz zahlen musst – Hierdurch kannst du deine Marge auch nochmal um ein einiges erhöhen!


5. Einfuhrumsatzsteuer

In der Regel beträgt die Einfuhrumsatzsteuer, genau wie die normale Umsatzsteuer 19%. Wenn du nicht von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machst, kannst du dir diese natürlich vom Finanzamt wieder zurückholen.

Daher werden Sie auch nicht auf die Produktkosten mit drauf gerechnet. Dennoch solltest du die Summe für deine Cashflow-Planung unbedingt beachten. Je nachdem, um was für Summen es sich dreht, kommt hier schon einiges zusammen. Dieses Geld bekommst du erst später zurück und die Steuer solltest du vorab natürlich bezahlen können.


6. Verkaufsgebühren

Pro verkauftem Produkt verlangt Amazon eine Verkaufsgebühr, die du von deiner Marge abziehen musst.

Diese ist auch abhängig von deiner Produktkategorie. Für die meisten beträgt sie allerdings 15%. Die Seite des Amazon Seller Central gibt hier einen genauen Überblick.

Die wichtigsten Faktoren, die sich auf deine Amazon FBA Produktkalkulation auswirken, kennst du jetzt. Auf jedes kleine Detail einzugehen, würde den Rahmen des Artikels etwas sprengen.

Um aber wirklich jede Kleinigkeit unterzubringen, zeige ich dir nachher noch das ultimative Produktkalkulations-Tool!

Noch ein Tipp: Kleine und unvorhersehbare Sachen können immer mal wieder vorkommen, daher sollte man sich immer einen Cash-Puffer offen halten.  

Das hört sich erstmal nach vielen Gebühren an – doch keine Sorge: Um starke Gewinne einfahren zu können, muss man erstmal investieren. Um genau zu sehen, ob sich unser Investment auch mehrfach auszahlt, brauchen wir zunächst den genauen Kostenüberblick. Die Grundlage haben wir hiermit geschaffen!


Welche Infos brauchst du für deine Amazon FBA Produktkalkulation?

Die Antwort auf diese Frage ergibt sich aus der Kostenaufstellung im letzten Abschnitt. Um eine präzise Kalkulation durchführen zu können, brauchst du also diese Informationen:

  • Produktkategorie
  • Produktpreis (inkl. Verpackung und USPs)
  • Produktmaße und das Produktgewicht
  • Kartonmaße und das Kartongewicht deiner Produkte zur Berechnung der Logistik-Kosten
  • Zolltarifnummer
  • Verkaufspreis

Das herauszufinden ist sehr simpel und geht in der Regel ziemlich schnell. So kannst du schon in kürzester Zeit herausfinden, ob die Marge deinen Gewinnerwartungen entspricht.

Um den Verkaufspreis zu ermitteln, würde ich mich zunächst an der Konkurrenz orientieren. Sofort einen viel höheren Preis als die Konkurrenz anzusetzen, trotz deiner USPs, kann sich negativ auf die Conversion auswirken.

Wenn dein Produkt im Markt etabliert ist, deine Marke an Bekanntheit gewonnen hat und sich deine ausgezeichnete Qualität herumgesprochen hat, kannst du Preiserhöhungen immer mal wieder testen.

Wir haben auch schon festgestellt, dass ein höherer Preis besser funktioniert als ein geringerer. Wie immer gilt: Testen, testen, testen.

Einen viel geringeren Preis als die Konkurrenz würde ich auch nicht anbieten, da du sonst Gefahr läufst dich in eine Negativ-Spirale einzufangen: Wenn jeder seine Preise kontinuierlich nach unten anpasst, bleibt kein Platz mehr für gute Gewinne…

Amazon FBA Produktkalkulation 2

Solltest du den Produktpreis verhandeln?

Hierzu habe ich eine klare Meinung: Nein! Das hat folgenden Grund:

In China bedeutet die Frage nach einem geringeren Preis oftmals eine schlechtere Qualität. Wenn du nach einem geringeren Preis fragst, fragen sich die Hersteller natürlich auch, an welcher Stelle sie ihre Kosten senken können.

Das könnte schlimme Auswirkungen auf die Zufriedenheit deiner Kunden nach sich ziehen. Probiere lieber folgendes:

Anstatt über den Preis kannst du mit deinem Hersteller wunderbar über andere Dinge verhandeln. Du kannst zum Beispiel eine hochwertigere Verpackung ins Spiel bringen, ohne dafür mehr zahlen zu müssen oder eine Einlegekarte in deiner Verpackung, für die dein Hersteller die Kosten übernimmt.

Hier gibt es ganz viele Möglichkeiten die Qualität deiner Produkte zu gewährleisten und ohne Mehrkosten das Kundenerlebnis weiter zu verbessern!


Die wichtigsten Kennzahlen

Die bisherige Kostenaufstellung und Kalkulationsgrundlage dient jetzt der Ermittlung der relevanten Kennzahlen.

Mit Hilfe dieser Kennzahlen können wir sehen, ob sich unsere Investments am Ende auszahlen oder nicht. Diese Kennzahlen sollte jeder FBA Seller selbst im Schlaf kennen:


Bezugspreis

Dieser ergibt sich aus allen Kosten, die in die Beschaffung deiner Produkte miteinfließen. Dazu gehört der Einkaufspreis, die Logistik-Kosten oder die Import-Zölle.


Marge

Auf der Basis deines Verkaufspreises kannst du jetzt die Marge berechnen. Hier musst du also zum Beispiel die FBA-Gebühr, die Verkaufsgebühren und den Bezugspreis vom Endverbraucherpreis abziehen.

Eine Marge von etwa 30% ist für den Beginn ein super Wert. Somit kannst du aus deinem Investment einen starken Gewinn mitnehmen und hast einen Return on Investment (ROI). Hierzu jetzt mehr.


ROI

Der ROI zeigt dir, einfach ausgedrückt, den prozentualen Wert an, inwieweit sich deine Investition gelohnt hat. Um den Roi auszurechnen, teilst du deine Marge durch den Bezugspreis, also deine Investition, und multiplizierst das Ergebnis mal 100. Schon hast du deinen ROI!

Da Amazon FBA ein ziemlich cashflow-intensives Geschäftsmodell ist, streben wir immer einen ROI von mindestens 100% an. Das bedeutet, dass wir aus einem investierten Euro mindestens zwei Euro machen.

So können wir sicherstellen, dass wir genug Geld zur Verfügung haben frühzeitig nachzubestellen und in neue Produkte zu investieren.

Bei deiner ersten Order kann es sein, dass deine Kennzahlen noch nicht ganz so stark sind, wie gewünscht. Wichtig ist, dass du bei größeren Ordermengen Kosten sparen kannst. Hier profitierst du von den Skaleneffekten – Größere Ordermengen = günstigerer Einkaufspreis.

Vor jeder neuen Bestellung holen wir uns auch immer unterschiedliche Preise von Logistikern ein, um sicherzustellen, jedes Mal das bestmögliche Preis-Leistungs-Verhältnis auszuschöpfen.


Das beste Amazon FBA Produktkalkulations-Tool

Du hast gemerkt, dass verschiedenste Faktoren in die Berechnung deiner Marge mit einfließen.

Selber eine Kalkulation anzufertigen könnte mehrere Stunden dauern und trotzdem wüsstest du nie genau, ob du wirklich alle Variablen berücksichtigt hast…

Doch hierfür gibt es eine ganz einfache Lösung: Der FBA Rechner von Daniel Wiegand!

Amazon FBA Produktkalkulation

Der FBA Rechner ist ein Excel-Programm mit dem du innerhalb weniger Minuten deine gesamten Kennzahlen ausrechnen kannst. Hier werden die neuesten Änderungen von Amazon und aktuelle Wechselkurse immer von Daniel aktualisiert.

Der Rechner erspart uns für jedes Produkt extrem viel Zeit und Arbeit. Das wichtigste ist aber, dass wir uns jeder Zeit darauf verlassen können, richtige Werte und Kennzahlen zu erhalten!

Es gibt für mich wenige Tools, die jeder FBA Seller haben sollte, aber das ist definitiv eines davon!

Bevor man ein solches Tool nutzt, ist es erstmal wichtig zu verstehen, was diese ganze Dinge überhaupt bedeuten und wo die verschiedenen Gebühren herkommen – Genau das haben wir gemacht!

Mit diesem Wissen und der Hilfe des FBA Rechners, kannst du jetzt deine Marge und ROI ganz leicht berechnen. So bist du immer auf der sicheren Seite und weißt, ob du mit deinem Produkt deine persönlichen Ziele erreichen kannst!

Beste Grüße

Lukas